Die wichtigsten Maßnahmen auf einen Blick

Zusammenfassung der Empfehlungen zur Chemoprävention und adjuvanten Ernährungstherapie des Prostatakarzinoms


Als Grundlage gelten die allgemeinen Empfehlungen zur Prävention von Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dazu gehören Nichtrauchen, täglich maßvolle Bewegung möglichst an der frischen Luft, ausreichend Sonnenlicht (ohne Sonnenbrand), mäßiger Alkoholkonsum, Entspannung und eine positive Lebenseinstellung.


Je mehr Studien veröffentlicht werden, desto widersprüchlicher werden leider oft die Ergebnisse. Diese einfachen Lebensweisheiten haben Jahrtausende überdauert: Die goldene Mitte, also das richtige Maß und die richtige Auswahl, und positive Beziehungen sind der Schlüssel zum Glück und zur Gesundheit. Das erkannte auch schon Hippokrates: „Eine einfache Ernährung, ausreichende körperliche Bewegung und Maßhalten in allen Dingen des Lebens, ist das beste Rezept um ein Alter in Gesundheit zu erreichen.“ Dabei ist zu bedenken, dass sich unsere westliche Lebensweise bereits extrem von der Mitte entfernt hat und daher für uns die Rückkehr zur Mitte heute extrem erscheinen mag.

Die Zusammenstellung basiert auf den zuvor dargestellten Zusammenhängen, umfassenden Recherchen und den Empfehlungen des World Cancer Research Fund (www.wcrf.org).

Folgende alimentäre Maßnahmen sind in der Prävention und begleitenden Ernährungstherapie von Prostatakrebs besonders sinnvoll:

Übergewicht: Gewichtsnormalisierung mit Dr. Jacobs Ernährungsplan ist ideal für eine gesunde und nachhaltige Gewichtsreduktion bei Prostatakrebspatienten geeignet. Das viszerale Fett wird allmählich abgebaut und Insulin-, IGF-, Blutzucker- und Cholesterin­werte normalisieren sich erfahrungsgemäß zunehmend, wenn dem Ernährungsplan gefolgt wird.

Hypercholesterinämie: führt zu einer deutlichen Risikoerhöhung eines fortgeschrittenen Prostatakarzinoms; besonders empfehlenswert: Dr. Jacobs Ernährungsplan, ballaststoffreiche Ernährung, Granatapfel-Polyphenole, ggf. Statine (in Kombination mit Q10).

Gemüse, Kräuter, Obst, Pflanzenkost (8-10 Portionen täglich):

  • Grüntee (ca. 0,5-1 Liter über den Tag verteilt; hier ist „Bio“ sinnvoll)
  • Soja (Tofu, Sojabohnen, Natto, Sojamilch; reich an Isoflavonen)
  • Tomaten (als Tomatenmark oder Saft mit Olivenöl für die verbesserte Resorption des lipophilen Lykopins, 30 mg Lykopin sind in ca. 300 ml Tomatensaft oder in 50 g Tomatenmark enthalten. Frische Tomaten enthalten nur 5 mg pro 100 g)
  • Schwefelaktive Pflanzenstoffe: Kreuzblütler (Brokkoli, besonders auch der Strunk, frisch zermahlene Brokkolisamen (höchster Sulforaphangehalt), Brokkolisprossen (roh), Blumenkohl, Kohl, Meerrettich und Senf), Knoblauch, Bärlauch, Zwiebeln
  • Gelbwurz (Kurkumin), Curry
  • Granatapfel-Polyphenole (ca. 600 mg Polyphenole als Gallussäure-Äquivalent)

Ballaststoffe: Eine pflanzenreiche Ernährung ist naturgemäß reich an Ballaststoffen. Empfohlen werden täglich mindestens 30 g Ballaststoffe aus Vollkornprodukten, Gemüse und Obst, insbesondere Leinsamen, der besondere Phytoöstrogene (Enterolactone) enthält. 

Tierische Lebensmittel:

  • Den Konsum von Fleisch, insbesondere von rotem Fleisch, Fleischerzeugnissen und Wurst, auf maximal einmal wöchentlich eine kleine Portion beschränken.
  • Milchprodukte maximal reduzieren (Calcium, IGF-1 und Wachstumsfaktoren).
  • Den Verzehr von Eiern und Lebensmittel mit Ei stark reduzieren.
  • 2-mal wöchentlich schonend zubereiteter Kaltwasserfisch (DGE-Empfehlung)
     Mehr nützt nicht mehr, sondern kann auch schaden.

 

Calcium: Nur in Maßen, maximal 1,5 g am Tag aus allen Quellen. Einzeldosis max. 400 mg.

Pflanzliches Protein: Regelmäßig sojahaltige Mahlzeiten (Tofu) als gesunder Fleischersatz mit Phytoöstrogenen.

Fette:

  • Weniger ist besser! Sehr fettarm ernähren! 10 % der Energie aus Fett.
  • Aber: Bei Kachexie ist eine kalorien- und fettreichere Ernährung notwendig, um einem unerwünschten Gewichtsverlust entgegenzuwirken.
  • Gesättigte Fette (Fleisch, Käse, Schokolade), Transfettsäuren, Arachidonsäure (Fleisch, Wurst) und Omega-6-Fettsäuren meiden. 
  • Besser: Omega-3-Fettsäuren (z. B. in frischem Leinöl, Hanfsaat, Chia-Samen oder Kaltwasserfisch, Lachs, Hering, Sardinen), aber auch nur in moderaten Maßen konsumieren. Mehr ist nicht besser, sondern kann schaden.
  • Walnüsse enthalten gesunde Fett- und Pflanzenstoffe gegen Prostatakrebs. 
  • Omega-3-Fettsäuren mit großer Sorgfalt verarbeiten und nicht braten. Leinöl muss frisch sein.

Kohlenhydrate mit hohem glykämischem Index (Zucker, Weißmehl, Pommes frites etc.): Sehr deutliche Reduktion, um postprandiale Blutzucker- und Insulinspitzen zu meiden. Zucker mit unschädlichen Süßungsmitteln ersetzen (Stevia, Xylit, Erythrit). Immer komplexe, langsam verwertbare Kohlenhydrate (wie z. B. Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Ballaststoffe) bevorzugen.

Hohe Insulin- und IGF-1-Spiegel fördern Prostatakrebs. Die Kombination von tierischem Protein und Kohlenhydraten mit hohem glykämischem Index führt zur höchst möglichen Insulinausschüttung. 

Flüssigkeit: mindestens 1,5-2 Liter energiefreie Flüssigkeit (Wasser, Grüntee, Kräutertee). Sind im Haus noch Kupferleitungen oder sogar alte Bleileitungen verlegt, sollte ein Wasserfilter zum Entfernen des Kupfers verwendet werden.

Weichmacher, Bisphenol A: Nahrungsmittel aus Dosen und Plastik reduzieren.

Vitamine und Spurenelemente:

  • 55-200 µg Selen (Nahrungsergänzungsmittel als Natriumselenit oder Selenat). Wenn kein Mangel vorhanden ist, können Dosen um 200 µg Selenmethionin möglicherweise das Diabetes-Risiko erhöhen. Bei Dauereinnahme Überprüfung des Selen-Status.
  • 50 I.E. Vitamin E: aus Nahrungsmitteln wie Weizenkeimen oder niedrig dosierten Nahrungsergänzungsmitteln
  • Ggf. 1 g DHA/EPA täglich supplementieren (bei Ernährung ohne Fisch) zusammen mit natürlichen Antioxidantien wie Granatapfel-Polyphenolen (aktivieren das Schutzenzym PON-1) und im Rahmen einer sehr fettarmen Ernährung
Neben viel Bewegung ist für die Knochen besonders wichtig:
  • Bor (Aprikosen, Pfirsiche, Trockenobst, Nüsse) und Silizium
  • 45 µg Vitamin K2 (aus Natto oder Nahrungsergänzung)
  • Vitamin D: Durch ausreichend Sonnenlicht (Bewegung im Freien). Die Bestimmung der Blutwerte ist unbedingt anzuraten. Im Winter und bei geringer Sonnenexposition werden häufig 2000-3000 I.E. als Supplement benötigt. Erreicht werden sollten Werte zwischen 75-150 nmol/l. Besonders unter Hormontherapie ist auf ausreichende Blutpegel zu achten.
  • Kaliumcitrat, Magnesiumcitrat und Calciumcitrat (aber keine Supplemente mit hohen Calciumeinzeldosen!)
Bewegung und Sport
Täglich 15-30 Minuten Bewegung genügen, um eine allgemeine Verbesserung der Gesundheit zu bewirken (Spazierengehen, joggen, tanzen, Fahrrad fahren, Gartenarbeit). Doch gegen Prostatakrebs bedarf es mehr: Drei Stunden körperlich anstrengender Sport in der Woche sind das Minimum.