RegEnergetik/SĂ€ure-Basen

Wissenschaftliche Fakten ĂŒber die großen Mythen des SĂ€ure-Basen- und Energiestoffwechsels von gesunden und malignen Zellen

Dr. med. Ludwig Manfred Jacob, 19.05.2008

 

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Eine proteinreiche, insbesondere fleischreiche ErnĂ€hrung, Antibiotika-Exposition (Tiermast oder iatrogen) sowie hochalkalische Basenpulver (Natriumbicarbonat, Calciumcarbonat) fĂŒhren auf Dauer zur Alkalisierung des Dickdarmmilieus, Darmdysbiose und zu einer hohen intestinalen Ammoniakbildung mit massiver Belastung der EntgiftungskapazitĂ€t sowie des Energie- und SĂ€ure-Basen-Haushalts der Leber, dem wichtigsten Organ fĂŒr die Elimination metabolischer SĂ€uren und die Energiegewinnung. Ammoniak ist mengenmĂ€ĂŸig ein hochbedeutsames Zellgift, das die mitochondriale Energiegewinnung und die Zellatmung hemmt und damit auf Dauer eine mitochondriale Dysfunktion begĂŒnstigt. In der Wissenschaft reift immer mehr die Erkenntnis, dass die mitochondriale Dysfunktion mit erniedrigter zellulĂ€rer Energiegewinnung, reaktiver epigenetischer Steigerung der Zellproliferation und Senkung der Apoptose eine zentrale ursĂ€chliche Rolle hinter den ZivilisationsphĂ€nomenen metabolisches Syndrom, endotheliale Dysfunktion, Arteriosklerose sowie Krebserkrankungen spielt. Zur Therapie eignen sich regelmĂ€ĂŸige Bewegung, ErnĂ€hrungsumstellung, Darmsanierung mit MilchsĂ€ure, PrĂ€biotika und ggf. Probiotika sowie Citrate.

Warburg – Krebs – SĂ€ure-Basen-Haushalt – Darmmikrobiom – Ammoniak – mitochondriale Dysfunktion

Nachdem Warburg jahrzehntelang belĂ€chelt und bekĂ€mpft wurde, kann der Warburg-Effekt der aeroben Glykolyse in Tumorzellen inzwischen als wissenschaftlich gesichert gelten. Hierbei korreliert das Ausmaß der Laktatproduktion positiv mit der MalignitĂ€t des Tumors und der schlechten Prognose (1)(2). Den Abbau der MilchsĂ€ure zu unterstĂŒtzen, ist eine zentrale Aufgabe der Krebsbehandlung, denn die Krebszellen schĂŒtzen sich durch die MilchsĂ€ure erfolgreich vor dem Immunsystem (3) und vor der Wirkung von Chemo- und Strahlentherapie. Eine nachhaltige EntsĂ€uerung unterstĂŒtzt deshalb die Wirkung des Immunsystems und konventioneller Therapien. Übrigens ist nach Warburgs Forschungen nicht die – ohne Frage ungesunde – GlucoseĂŒberlastung, sondern Sauerstoffmangel (experimentell durch rezidivierende Hypoxien bewiesen) und die Hemmung der Zellatmung die Ursache, warum normale Zellen zu Krebszellen „mutieren“, indem sie epigenetisch Stammzelleigenschaften wieder aktivieren. So NobelpreistrĂ€ger Otto Warburg (4): „In wenigen Worten zusammengefasst ist die letzte Ursache des Krebses der Ersatz der Sauerstoffatmung der Körperzellen durch die GĂ€rung. Alle normalen Körperzellen decken ihren Energiebedarf aus der Sauerstoffatmung, die Krebszellen alleine können ihren Energiebedarf aus einer GĂ€rung decken. Alle normalen Körperzellen sind also obligate Aerobier, alle Krebszellen sind fakultative Anaerobier. Vom Standpunkt der Physik und Chemie des Lebens betrachtet ist dieser Unterschied zwischen normalen Körperzellen und Krebszellen so groß, dass man ihn sich grĂ¶ĂŸer nicht vorstellen kann. Der Sauerstoff [...] ist in den Krebszellen entthront und ersetzt durch die energieliefernde Reaktion der niedersten Lebewesen durch GĂ€rung.“

Neueren Erkenntnissen zufolge sind fĂŒr die Tumorprogression, -invasion und Metastasierung diese besonders aggressiven Krebsstammzellen verantwortlich, die sich durch ihren embryonalen, besonders gĂ€rungsaktiven Stoffwechsel und embryonale Zellmarker auszeichnen. Werden wenige hundert dieser Krebsstammzellen in ein anderes Gewebe implantiert, wĂ€chst dort ein Tumor, wĂ€hrend die Verpflanzung einiger hunderttausend der „normalen“ Krebszellen keinen Tumor auslöst (5). Durch Strahlen- oder Chemotherapie werden diese Stammzellen meist nicht abgetötet, da sie quasi immun gegen Apoptose sind. Durch Chemo- oder Strahlentherapie wird zwar die Tumormasse verringert, die aggressivsten Zellen jedoch selektiert (5).

Die verminderte Zellatmung ist auch die ErklĂ€rung fĂŒr ein anderes seit Wilhelm von Brehmer bekanntes PhĂ€nomen: Das venöse Blut von Krebskranken ist scheinbar alkalischer als das Blut Gesunder: Aufgrund der fĂŒr das Krebsgeschehen typisch verminderten Zellatmung wird das Blut zu wenig durch Kohlendioxid, das den Bicarbonat-Puffer bildet, angesĂ€uert. Deshalb ist die Bicarbonat-PufferkapazitĂ€t des Blutes vermindert. Doch eine ausreichende Bicarbonat-PufferkapazitĂ€t ist Vorrausetzung dafĂŒr, dass die toxische MilchsĂ€ure aus dem Gewebe abtransportiert werden kann. Sport erhöht die Zellatmung, sĂ€uert ĂŒber KohlensĂ€ure und MilchsĂ€ure das venöse Blut an und steigert damit die Bicarbonat-PufferkapazitĂ€t. Wer also viel lacht und lĂ€uft, kann sich auch mal eine Praline gönnen.

Wie dreht nun die „TumormilchsĂ€ure“ – rechts oder links?

Tumorzellen produzieren sowohl links- als auch rechtsdrehende MilchsĂ€ure. Die linksdrehende MilchsĂ€ure wird hierbei ĂŒber den Methylglyoxal-Stoffwechsel gebildet. In embryonalen Zellen (wie z. B. Krebsstammzellen) ist die AktivitĂ€t des dabei besonders wichtigen Enzyms Glyoxalase-1 erhöht (6). Die linksdrehende MilchsĂ€ure ist besonders belastend, da die Enzymausstattung des menschlichen Organismus sie nur mit grĂ¶ĂŸtem Aufwand abbauen kann. Bei der „normalen“ VergĂ€rung ĂŒber den Embden-Meyerhof-Weg entsteht ausschließlich rechtsdrehende MilchsĂ€ure (7). Die Krebszelle ist jedoch nicht wĂ€hlerisch und nutzt alle Möglichkeiten und NĂ€hrstoffquellen zur schnellen Verstoffwechselung. Überleben ist ihr einziges Prinzip. Tumorzellen vergĂ€ren daher nicht nur Glucose zu MilchsĂ€ure, sondern bilden auch aus Proteinen unter Ammoniakfreisetzung MilchsĂ€ure (7). Dabei stellt die zusĂ€tzliche Ammoniakbelastung durch eine proteinreiche ErnĂ€hrung die Leber vor große Herausforderungen, denn beim Krebskranken ist dieses Organ bereits mit der Entgiftung der MilchsĂ€ure und anderer Stoffwechselgifte des Tumors ĂŒberlastet.

Wie wirkt MilchsÀure tatsÀchlich?

Über die ErnĂ€hrung zugefĂŒhrte rechtsdrehende MilchsĂ€ure neutralisiert weder das linksdrehende Enantiomer noch sĂ€uert sie direkt das Blut an. TatsĂ€chlich fĂŒhrt L-(+)-MilchsĂ€ure im Dickdarm zur fermentativen Bildung des Krebshemmstoffs Butyrat – auch hier lag Warburg richtig, auch wenn ihm die Bedeutung der Darmflora noch nicht bekannt war – und sĂ€uert effektiv das Dickdarmmilieu an, wodurch toxisches Ammoniak ausgeschieden und die Leber als zentrales Organ des Energie- und SĂ€ure-Basen-Haushalts entlastet werden kann. Ist der Leberstoffwechsel funktionstĂŒchtig, kann das Blut wieder SĂ€uren aufnehmen und in die Leber zum oxidativen Abbau leiten.

Die klassischen hochalkalischen Basentherapien mit Natron und Calciumcarbonat erreichen auf Dauer genau das Gegenteil des ErwĂŒnschten: Sie schĂ€digen die Dickdarmflora und belasten dadurch den Leberstoffwechsel durch eine erhöhte Autointoxikation (insbesondere mit Ammoniak). Dies kann auf Dauer den Zellstoffwechsel erschöpfen und eine latente Azidose verstĂ€rken. Erst die Kombination aus hochdosierter L-(+)-MilchsĂ€ure, löslichen Ballaststoffen und basischen Citraten und ggf. Probiotika packt das Problem der latenten Azidose und des Energiemangels an der Wurzel. Die tatsĂ€chlichen Wirkmechanismen von MilchsĂ€ure, die in der komplementĂ€ren Krebstherapie seit Jahrzehnten genutzt, aber in ihrer Wirkung falsch interpretiert wird, weisen auf die zentrale, immer noch weit unterschĂ€tzte Rolle des Darmmikrobioms hin, das zentrale Stoffwechselmechanismen und die Immunbalance beeinflusst.

Der folgende Artikel erklĂ€rt die tatsĂ€chlichen ZusammenhĂ€nge hinter vielen PhĂ€nomenen, die aus der Naturheilkunde seit Jahrzehnten bekannt sind, und zieht daraus SchlĂŒsse, wie die Naturheilkunde noch besser heilen kann, indem sie die ganzheitlichen physiologischen ZusammenhĂ€nge zwischen gesunder und pathogener Darmflora, ihrer enormen positiven oder auch negativen Stoffwechselleistung und deren Einfluss auf Leber- und Zellstoffwechsel berĂŒcksichtigt.

Der Dickdarm mag es sauer!

FĂŒr die gesunde Dickdarmflora ist ein saures Milieu lebenswichtig, weil es optimal fĂŒr die probiotischen Bifidobakterien und Laktobazillen ist. Im alkalischen Dickdarm hingegen können pathogene Pilze (Candida spp., Aspergillus spp.) und FĂ€ulnisbakterien (z.B. Clostridium spp.) prĂ€chtig gedeihen. Der Darm beherbergt zehnmal mehr Bakterien als der Mensch Körperzellen hat. Wie der Mikrobiologe und Spezialist fĂŒr Darmbakterien Dr. Roland Werk betont, ist die Stoffwechselleistung des Darmmikrobioms enorm – die ĂŒber 500 Arten verschiedener Darmbakterien können uns entweder mit vielen gesunden oder auch toxischen Stoffwechselprodukten ĂŒberfluten (8). DarĂŒber entscheidet die Zusammensetzung der Darmflora, die wiederum stark durch die ErnĂ€hrung bestimmt wird. Die heute ĂŒbliche fleischreiche und ballaststoffarme ErnĂ€hrung und die hĂ€ufige Verwendung von Antibiotika, insbesondere auch im Fleisch, fĂŒhrt zu einer deutlichen Abnahme gesunder Darmbakterien und zur Zunahme problematischer Keime wie bestimmte Clostridien- und BacteroidesstĂ€mme. Diese metabolisieren primĂ€re GallensĂ€uren wie CholsĂ€ure und ChendodesoxycholsĂ€ure zu den sekundĂ€ren GallensĂ€uren wie DeoxycholsĂ€ure und LithocholsĂ€ure, welche mit Dickdarmkrebs in Zusammenhang gebracht werden (9). Bei einem pH-Wert unter 6 werden die fĂŒr den Umbau benötigten bakteriellen Enzyme erst gar nicht gebildet. Zudem werden in einem sauren Milieu die gefĂ€hrlichen StĂ€mme durch die gesunde Darmflora verdrĂ€ngt. Die enorme Zunahme von Autoimmunerkrankungen, chronischen EntzĂŒndungsprozessen, UnvertrĂ€glichkeiten (Milch, Getreide) und Allergien stehen im direkten Zusammenhang mit der Zunahme eines dysbiotischen Darmmikrobioms, denn der Darm ist die zentrale AusbildungsstĂ€tte des Immunsystems.

Ammoniak – Gift fĂŒr Zellen, Gehirn und Nieren

Heute wird die Belastung durch Umweltgifte stark diskutiert. Diese sind hĂ€ufig nur der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt. Denn die grĂ¶ĂŸten Giftmengen entstehen jeden Tag neu in unserem Darm und Stoffwechsel und belasten die EntgiftungskapazitĂ€t enorm.
Durch die bakterielle Verstoffwechselung von Eiweißen im Dickdarm entsteht das hochalkalische, gasförmige Ammoniak und viele andere Toxine. Bei einem durchschnittlichen Proteinverzehr werden von der Darmflora etwa 4-5g Ammoniak tĂ€glich gebildet, das entspricht einem Volumen von 5,5 - 6,6 Litern (10). Ammoniak ist ein aggressives, stechend riechendes Reizgas, das die meisten gut aus der Landwirtschaft kennen. Wenn wir an einem Feld vorbeigehen, wo GĂŒlle zum DĂŒngen versprĂŒht wird, halten wir unwillkĂŒrlich die Luft an. Ähnlich geht es unseren Zellen, denn Ammoniak ist ein starkes Zellgift: Das „GĂŒllegas“ reagiert mit -Ketoglutarat zu GlutaminsĂ€ure bzw. Glutamin und entzieht damit dem Citratzyklus einen zentralen IntermediĂ€rbaustein. Die Verarmung an KetosĂ€uren fĂŒhrt zur erheblichen Verlangsamung dieses zentralen Kreislaufs des Energiestoffwechsels.
Die Entgiftung des Zellgifts Ammoniak in den Lebermitochondrien hat fĂŒr den Organismus höchste PrioritĂ€t. Der Ammoniakspiegel im Blut ist erst bei massiver Leberfunktionsstörung erhöht. Ammoniak passiert leicht die Gehirnschranke und Zellmembranen. Schon bei gering erhöhter Konzentration kann Ammoniak Störungen des zentralen Nervensystems – hepatische Enzephalopathie – auslösen. Nervenzellen sind besonders auf eine regelmĂ€ĂŸige und hohe Energiezufuhr angewiesen, weshalb sie bei Sauerstoff- oder Glucoseentzug auch als erste absterben. Hier zeigt sich am am deutlichsten die zentrale Wirkung des Ammoniaks, das den Citratzyklus unterbricht und zu einer Verarmung an KetosĂ€uren und des Neurotransmitters Glutamat fĂŒhrt. In den Astrozyten reagiert Ammoniak nĂ€mlich mit Glutamat und -Ketoglutarat zu Glutamin, welches intrazellulĂ€r akkumuliert und ein Gliaödem verursacht. Im Gehirn kommt es dabei zu einer Alzheimer Typ-II-Degeneration der Astrozyten: DarĂŒber hinaus fĂŒhrt Ammoniak zu einer Neurodepression des GABA-Rezeptors, verĂ€ndert Proteine durch Tyrosinnitrierung und versacht ZellschĂ€den durch die Induktion reaktiver Sauerstoffspezies (11). Bereits kurzfristig erhöhte Ammoniakspiegel können bleibende VerĂ€nderungen in wichtigen Signaltransduktionswegen auslösen: So wurde bei zirrhotischen Patienten erhöhte Spiegel der regulatorischen Untereinheit der c-AMP-abhĂ€ngigen Proteinkinase A in Blutzellen gefunden. Dies ist möglicherweise fĂŒr die verringerten intrazellulĂ€ren Spiegel an c-GMP in Erythrozyten und Leukozyten verantwortlich (12).

Diese AusfĂŒhrungen sollen nur andeuten, warum die Entgiftung des Ammoniaks eine ganz zentrale Aufgabe der Leber und auch der Niere ist. In freier Form kommt es bei gesunder Leber deshalb im Organismus nur in ganz geringen Mengen vor, sondern zirkuliert biologisch gebunden als Harnstoff, Glutamat bzw. Glutamin (Ammoniak-Fixierung) im Blut. So betrĂ€gt die Ammoniakkonzentration des Pfortaderbluts auf dem Weg vom Darm zur Leber noch rund 180 mol/l, wĂ€hrend nach der Leberpassage im Gesamtblut nur noch eine Ammoniakkonzentration von ca. 30 ”mol/l (13) vorliegt. Die Normwerte im Blut liegen bei max. 48 ”mol/l bzw. 82 ”g/dl) mit einer hohen, ernĂ€hrungsbedingten, individuellen Schwankung. Im gesamten Blutkreislauf zirkulieren max. 5 mg Ammoniak – eine sehr geringe Menge, eben weil dieses Gas so zytotoxisch ist. Die Leber muß also tĂ€glich ca. 5000 mg Ammoniak entgiften, damit die niedrigen Blutwerte erhalten bleiben, wobei diese Mengenangabe von jungen, gesunden Probanden stammen. Bei bestehender Darmdysbiose dĂŒrfte die tĂ€gliche Ammoniakbelastung wesentlich höher liegen und sich u. a. in hohen Harnstoffwerten im Serum sowie einer verstĂ€rkten Ammoniakausscheidung ĂŒber den Urin widerspiegeln.
Ein Leberausfallskoma, das Endstadium der Leberzirrhose, fĂŒhrt zu Blutwerten von 88-240 ”mol/l bzw. 150-400 ”g/dl mit massiver hepatischer Enzephalopathie und Koma. Dies sind nur 9-24 mg (!), also 0,18 % bis 0,5 % der tĂ€glich anfallenden Ammoniakmenge aus dem Darm, die zum lebensbedrohlichen medizinischen Notfall fĂŒhren. Hierzu zwei Vergleiche: 500 ml Sekt (75 ml Ethanol) fĂŒhren nach einer Stunde zum höchsten Blutalkoholspiegel von 1,1 ‰ , was 6,6 ml bzw. 5,2 g Ethanol im gesamten Blutkreislauf entspricht, also die 1000-fache Menge des normalerweise maximal im Blut vorhandenen Ammoniaks. Der adaptierte, schlecht eingestellte Diabetiker ist auch noch mit Blutzuckerwerten von 300 bis 400 mg/dl, dem 1000-fachen Wert des Ammoniaksspiegels beim Leberausfallskoma, zwar nicht gesund, aber noch ĂŒberlebensfĂ€hig. Ohne Frage ist eine ErnĂ€hrung mit hohen Blutzuckerspitzen ungesund und begĂŒnstigt auf Dauer wohl auch die Cancerogenese, ohne Frage schĂ€digt Alkohol die Leber und das Gehirn und wirkt cancerogen, doch eine zu eiweißreiche ErnĂ€hrung stellt den Stoffwechsel vor noch grĂ¶ĂŸere Herausforderungen, die viel zu wenig in ihrer Gesamtheit diskutiert werden.

Der Organismus entgiftet Ammoniak prinzipiell auf zwei Wegen, wobei der Hauptanteil normalerweise ĂŒber den Harnstoffzyklus in den periportalen Hepatozyten abgebaut wird: Dabei wird Ammoniak aus Glutamat durch die Glutamat-Dehydrogenase freigesetzt und unter dem Verbrauch von drei Äquivalenten ATP, 1 Mol Aspartat und 1 Mol Bicarbonat irreversibel zu Harnstoff umgesetzt. DarĂŒber hinaus wird aus Glutamin, das in der Leber aus Glutamat unter Beteiligung der Glutamin-Synthetase gebildet wird, in den Tubuluszellen der Niere durch die Glutaminasereaktion Ammoniak freigesetzt und ĂŒber den Urin als Ammoniumionen ausgeschieden. Bei diesem Eliminationsweg muss die freie Base Ammoniak durch die Tubuluszellen in das Lumen diffundieren. Dieser Diffusionsprozess stellt aufgrund der hohen ZytotoxizitĂ€t und des EntzĂŒndungspotenzials (14) von Ammoniak eine Belastung fĂŒr die Tubulus-Zellen dar.

Insbesondere bei hoher SĂ€urelast werden die Nieren stark in Mitleidenschaft gezogen. Bei azidotischer Stoffwechsellage und damit assoziierter Verarmung an Bicarbonat geht die Harnstoffproduktion zurĂŒck (15)(16), um Bicarbonat-Puffer einzusparen. Die Enzyme des Glutamin-/Glutamatstoffwechsels sind pH-abhĂ€ngig (17): So dominiert bei saurer Stoffwechsellage die Wirkung der Glutamin-Synthetase, die Glutaminase in den Tubulus-Zellen wird hochreguliert und Ammoniak wird verstĂ€rkt ĂŒber die Nieren ausgeschieden. Die Kombination aus proteinreicher Kost und metabolischer Azidose verursacht eine chronische Ammoniakvergiftung der Tubulus-Zellen, die wohl neben des stark erhöhten Nierensteinrisikos und den SchĂ€digungen durch die SĂ€uren unter anderem dafĂŒr verantwortlich ist, dass die Nierenfunktion im Alter im Durchschnitt um 50% abnimmt. Bei Katzen, die fast ausschließliche Fleischfresser sind und deren Urin daher deutlich nach Ammoniak riecht, ist Nierenversagen eine der Haupttodesursachen.

Die Entgiftung vom Ammoniak verbraucht also basische Pufferreserven, Stoffwechselenergie und blockiert die mitochondriale Funktion: Eine akute HyperammoniĂ€mie fĂŒhrt zu einer massiven mitochondrialen Dysfunktion (18). Die mitochondriale Blockade tritt logischerweise auch niedriggradig, latent und mengenabhĂ€ngig bei der Ammoniakentgiftung in jeder Zelle auf.

Aufgrund der hohen ToxizitĂ€t hat die Ammoniakentgiftung Vorfahrt vor den anderen Stoffwechselprozessen wie der Regulation des Energie- und SĂ€ure-Basen-Haushalts. Sehr lange können Leber und Nieren auf Kosten der anderen Stoffwechselwege die Ammoniakentgiftung aufrecht erhalten. Im Extremfall der Leberzirrhose spĂŒren die Betroffenen aber logischerweise als erstes extreme MĂŒdigkeit, Erschöpfung und Niedergeschlagenheit. Schulmedizinisch geht man dagegen mit Eiweißrestriktion, BeschrĂ€nkung auf pflanzliches Eiweiß und Milcheiweiß, Laxantien wie Laktulose und der kompletten antibiotischen Abtötung der Darmflora vor, um die Ammoniakproduktion einzudĂ€mmen. Denn das Ausmaß der Ammoniakbelastung hĂ€ngt maßgeblich vom Darmmilieu und vom Proteinkonsum ab.

Die Aufgabe der Leber ist es, den AminosĂ€ure-Spiegel im Blut konstant zu halten. HiefĂŒr reicht die tĂ€gliche Zufuhr von 0,8 g/kg Körpergewicht, rund 60 g reines Protein, völlig aus. Bei einer Kartoffel-Ei-DiĂ€t mit der höchsten biologischen Wertigkeit reichen schon 0,4 g/kg aus. Alles ĂŒberschĂŒssige Eiweiß muss unter Energieaufwand zu Glucose und Ketonkörpern abgebaut werden, das dabei anfallende Ammoniak stellt eine Belastung der Darmflora und des Stoffwechsels dar.

Inflammatorische und procancerogene Wirkungen von Ammoniak

Freies Ammoniak wirkt auf exponierte Gewebe inflammatorisch und procancerogen. Die Nieren sind als Ammoniak-Eliminationsorgan je nach ErnĂ€hrungsweise stĂ€ndig einer mehr oder minder großen Ammoniakbeastung ausgesetzt. Bei chronischer Niereninsuffizienz ist die Ammoniak-Sekretion residualer Nephrone kompensatorisch gesteigert. Diese gesteigerte Ammoniak-Sekretion fĂŒhrt durch Proliferation des Tubulusepithels und Aktivierung des Komplementsystems zu einer entzĂŒndlichen Reaktionslage und verschlechtert die Prognose der Nierenerkrankung (14).

Die positive Korrelation zwischen Nierenkarzinom-Risiko und Fleischkonsum (19) ĂŒberrascht aufgrund der gesteigerten chronischen Ammoniak-„Begasung“ der Tubuluszellen nicht, aber steht sicher auch mit anderen Kanzerogenen, die Fleisch mit sich bringt, im Zusammenhang. Die aktuelle Meta-Analyse wies ein 30% höheres Erkrankungsrisiko nach.

Bei Helicobacter-pylorii-Besiedelung der Magenschleimhaut ist das von dem Keim gebildete Ammoniak fĂŒr die SchleimhautlĂ€sionen der Magen- und DĂŒnndarmmucosa mitverantwortlich. Weltweit sterben etwa 500.000 Menschen an Helicobacter-pylorii-assoziierten Magenkarzinomen. Weitere Folgekrankheiten sind Ulcera, Mageschleimhautatrophie und MALT-Lymphome. Dabei scheint das Ammoniak an der Kanzerogenese maßgeblich beteiligt zu sein – so ist im Tierversuch die Krebsrate nach Exposition mit dem Kanzerogen MNNG bei oraler Ammoniakzufuhr deutlich erhöht (20). Auch extragastrointestinale Auswirkungen einer Helicobacter-Infektion sind bekannt, wie beispielsweise MigrĂ€ne, deren IntensitĂ€t und AnfallshĂ€ufigkeit durch eine erfolgreiche Eradikationstherapie gelindert werden kann (21), therapierefraktĂ€re EisenmangelanĂ€mien und chronische Autoimmunthrombozytopenische Purpura. Die Durchseuchung ist groß: Etwa die HĂ€lfte der Weltbevölkerung und 35% der Deutschen sind mit Helicobacter pylorii infiziert (22) – viele, ohne es zu wissen. Typisch fĂŒr eine Helicobacter-Infektion sind Druckschmerz im Oberbauch, HypoaziditĂ€t des Magens und die Abneigung bzw. die UnvertrĂ€glichkeit von sauren Speisen und GetrĂ€nken, VöllegefĂŒhl, BlĂ€hungen, Sodbrennen, Refluxösophagitis, Mundgeruch, Durchfall, Inappetenz, Brechreiz und SpeisenunvertrĂ€glichkeiten.

Der enterohepatische Teufelskreis

Je höher der Proteinkonsum, desto alkalischer der Dickdarm und desto höher die Ammoniakbelastung fĂŒr die Leber. Durch das basische Darmmilieu wird Ammoniak nahezu vollstĂ€ndig aus dem Darm aufgenommen, als Glutamat in die Leber transportiert im Harnstoffzyklus entgiftet bzw. zu Glutamin umgesetzt. Ein fĂŒnftel der Harnstoffmenge unterliegt einem enterohepatischem Kreislauf: Die ureasebildenden Darmbakterien spalten Harnstoff zu Ammoniak und Bicarbonat (10). Je basischer der Darm ist, desto schwerer fĂ€llt die Ausleitung des Ammoniaks ĂŒber den Stuhl. Denn nur in einem gesunden, sauren Dickdarmmilieu liegt Ammoniak als Ammoniumsalz vor, das aufgrund seiner PolaritĂ€t kaum rĂŒckresorbiert wird und deshalb 400 mal besser mit dem Stuhl ausgeschieden und damit dem enterohepatischen Kreislauf entzogen werden kann (23).

Ammoniak alkalisiert als starke Base im hohen Umfang den Dickdarm. Dies fördert die Darmdysbiose, deren Stoffwechselprodukte zu einer weiteren Leberbelastung fĂŒhren, denn die Pilze vergĂ€ren Zucker zu giftigen Fuselalkoholen und die FĂ€ulnisbakterien bilden neben Ammoniak noch andere leberschĂ€digende Zellgifte (z. B. Skatol, Leichengifte).

Leber als zentrales Organ im SĂ€ure-Basen- und Energie-Haushalt

Wenig bekannt ist, dass die Leber im Stoffwechsel das EntsĂ€uerungsorgan Nr. 1 ist. Ihre EntsĂ€uerungsrate ĂŒbersteigt die der Niere um das 40-fache. In den Lebermitochondrien, die ein fĂŒnftel des Leberzellvolumens ausmachen, werden organische SĂ€uren wie MilchsĂ€ure und ZitronensĂ€ure unter Sauerstoffverbrauch zu Kohlendioxid, das ĂŒber die Lunge abgeatmet wird, verbrannt. Die Mitochondrien kann man sich als winzige Energiekraftwerke vorstellen, in denen Brennholz bzw. NĂ€hrstoffe unter Sauerstoffverbrauch und Kohlendioxidabgabe verbrannt werden und dabei Energie gewonnen wird. Die Leber ist also nicht nur fĂŒr den SĂ€ure-Basen-Haushalt von großer Bedeutung, sondern ist gleichzeitig das zentrale Organ des Energiehaushalts und des Stoffwechsels.

Bevor die Ausgangstoffe in den Mitochondrien jedoch im „Verbrennungsofen“ (Endoxidation in der Atmungskette) verbrannt werden können, mĂŒssen sie durch eine geeignete „Stoffwechsel-KreissĂ€ge“ zerkleinert werden. Die zentrale „KreissĂ€ge“ in den Mitochondrien, ohne die die gesamte Energiegewinnung zum Erliegen kommt, ist der Citratzyklus, dessen Name sich vom Citrat, dem basischen Salz der ZitronensĂ€ure, ableitet. Dieses bildet den Ausgangs- und Endpunkt des Kreislaufs oder – bildlich gesprochen – das SĂ€geblatt der KreissĂ€ge.

Ammoniak unterbricht genau diesen Citratzyklus, weil es einen wichtigen Reaktionsbaustein (-Ketogluarat) entfernt und die KreissĂ€ge und damit die gesamte Energiegewinnung der Zellen ausbremst. Diese Reaktion ist eine zentrale Schnittstelle zwischen Citrat- und Harnstoffzyklus: Das aus -Ketogluarat gebildete Glutamat wird im Harnstoffzyklus umgesetzt. Beide Stoffwechselwege sind auf einen reichlichen KetosĂ€urepool angewiesen. So ist die Harnstoffsyntheserate von der VerfĂŒgbarkeit von Aspartat abhĂ€ngig, die sich beispielsweise durch die Zufuhr der KetosĂ€ure Pyruvat steigern lĂ€sst (24). Auch die alimentĂ€r zugefĂŒhrten AminosĂ€uren Arginin, Ornithin und Aspartat entlasten den Harnstoffzyklus.

Die Mitochondrienfunktion ist zudem pH-abhĂ€ngig: Sinkt der pH-Wert in der Zelle, sinkt auch die mitochondriale Oxidation (25). Dabei werden aktive Mitochondrien, deren Anzahl bei regelmĂ€ĂŸiger körperlicher AktivitĂ€t ansteigt, durch die pH-Absenkung weniger beeintrĂ€chtigt als inaktive. Die Auswirkungen einer intrazellulĂ€ren Azidose scheint also von der individuellen Konstitution abzuhĂ€ngen (26).

Die moderne ErnĂ€hrung macht mĂŒde, „sauer“, dick und krank!

Das Grundproblem unserer modernen Kost ist, dass sie zuviel einfache Kohlenhydrate, ungesunde Fette und Eiweiße enthĂ€lt, also insgesamt eine zu hohe Energiedichte aufweist. Das Übermaß und die Einseitigkeit sind die ErnĂ€hrungsfehler, welche den Stoffwechsel heute im Gegensatz zu Zeiten des Mangels ĂŒberfordern. Einfache Kohlenhydrate, wie Saccharose oder Weißmehl, werden sehr schnell in Glucose umgewandelt, die in der Zelle zur Energiegewinnung verbrannt werden sollte. Allerdings kann der Zellstoffwechsel, insbesondere der Citratzyklus, die schnell auftretenden Glucosespitzen nicht verarbeiten. Dagegen sind komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe, die langsam zu Glucose umgebaut werden, ideale Energielieferanten, da sie gleichmĂ€ĂŸig Energie liefern und nicht belasten. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass wesentlich wichtiger als der heute oft zitierte glykĂ€mische Index die glykĂ€mische Last ist, denn allein die Menge macht das Gift. WĂ€hrend ein StĂŒckchen Schokolade das Leben bereichert, belastet die Tafel den Zellstoffwechsel. Jede Einseitigkeit in ErnĂ€hrungsfragen schadet mehr als sie nutzt, da sie nicht das Zusammenspiel der natĂŒrlichen Stoffwechselgleichgewichte berĂŒcksichtigt.

Kommt eine hohe glykĂ€mische Last zusammen mit Proteinreichtum (z.B. Fast Food), wird der Citratzyklus nicht nur ĂŒberlastet, sondern durch Ammoniak zusĂ€tzlich blockiert. (Das ist wohl auch der Grund, warum viele Menschen durch Trennkost ĂŒber einen verbesserten Stoffwechsel und eine erfolgreiche Gewichtsreduktion berichten.) Ein zahnlose KreissĂ€ge kann nicht mehr Brennstoff aufbereiten. Anstelle in der Zelle ordentlich verbrannt zu werden, hĂ€uft sich Glucose dort an und wird im Zytoplasma zu organischen SĂ€uren vergĂ€rt. Ein basisches Dickdarmmilieu hindert die Leber wiederum am oxidativen Abbau dieser SĂ€uren. Die hohen Glucosemengen sind darĂŒber hinaus fĂŒr den Kohlenhydratstoffwechsel langfristig problematisch: Die Zellen entwickeln als Schutz vor der Zuckerflut eine Insulinresistenz, wie sie im Vorfeld von Diabetes Mellitus immer auftritt. Der Zucker, vor dem sich die Zelle schĂŒtzt, staut sich zurĂŒck bis ins Blut und fĂŒhrt zu hohen Blutzuckerwerten.

Ähnlich verhĂ€lt es sich mit den Fetten, die ebenfalls nur ĂŒber den Citratcylus zur Verbrennung aufbereitet werden können. LĂ€hmen wir unsere „Stoffwechsel-KreissĂ€ge“ durch einseitige ErnĂ€hrung und ein dysbiotisches, basisches Darmmilieu, sind Fettleber und Fettpolster die Folge. Auf drastische und anschauliche Weise wurden die Folgen von FehlernĂ€hrung in dem Film „super size me“, der 2004 an das ErnĂ€hrungsbewusstsein der Zuschauer appellierte, dargestellt: Ein kerngesunder, junger Mann ernĂ€hrte sich ein Monat lang ausschließlich von fast-food und ruinierte sich dadurch nicht nur die Linie, sondern zum Erstaunen der beiden begleiteten Ärzten innerhalb kĂŒrzester Zeit seine Leber! Die Leber ist auch das zentrale Organ des Fett- und Cholesterinstoffwechsels.

Schnelles Herunterschlingen und unvollstĂ€ndiges Kauen, wie es in der heutigen Esskultur ĂŒblich ist, verschlechtern die Verdauung insbesondere bei relativem Enzymmangel drastisch. Eiweiße gelangen dann unverdaut in den Dickdarm und werden von FĂ€ulnisbakterien und Urease-Bildnern unter vermehrter Bildung von Ammoniak und anderer Toxine zersetzt. EnzymprĂ€parate verbessern die Eiweißverdauung und dadurch indirekt das Darmmilieu.

Doch die FehlernĂ€hrung auf Kosten von Leber und Nieren rĂ€cht sich, denn eine ĂŒberlastete Leber macht trotz oder gerade wegen der vielen Kalorien mĂŒde und energielos. Ein bekanntes Beispiel fĂŒr den Zusammenhang zwischen der Leber und dem Energiehaushalt ist der typische „Kater“ nach einem Alkoholexzess: Hier ist die Leber mit dem Entgiften des Alkohols beschĂ€ftigt und hat fĂŒr den Energiestoffwechsel weniger KapazitĂ€ten frei. Ein AmmoniakĂŒberschuss durch zu viel Eiweiß und ein krankes Darmmilieu macht ebenfalls mĂŒde, weil die energieliefernde Zellatmung blockiert wird. Unter einem derartigen „Ammoniak-Kater“ leiden nicht zuletzt viele Burn-out und MigrĂ€nepatienten, die ihre intrazellulĂ€re Störung des SĂ€ure-Basen- und Energiestoffwechsels als Erschöpfung spĂŒren – ihre Energiekraftwerke, die Mitochondrien, brennen nur auf Sparflamme.

Warum Kater viel schlafen und Pferde viel leisten!

Pferde nehmen ĂŒber die Nahrung nicht nur viel weniger Ammoniak auf, sie scheiden ĂŒber ihren sauren Stuhl auch viel mehr aus, was fĂŒr den stechenden Geruch im Pferdestall sorgt. Die Pferdeleber steht voll fĂŒr den Energiehaushalt zur VerfĂŒgung. Die Leber und Nieren des armen Katers sind dagegen stĂ€ndig mit der Ammoniakentgiftung beschĂ€ftigt, was ihn wohl chronisch etwas missmutig und mĂŒde stimmt – ein typisches Symptom des „Ammoniakkaters“. Im Tierreich kann ausdauernde körperliche Leistung nur von Pflanzenfressern wie z. B. Pferden, Ochsen oder Elefanten erbracht werden. Fleischfresser haben zur Reduktion der Ammoniak- und Leichengiftaufnahme einen extra kurzen Darm und eine besondere Enzymausstattung. Dennoch haben sie nur fĂŒr kurze Spitzenleistungen Kraft, dann ermĂŒden sie schnell. WĂ€hrend eine Katze und andere reine Fleischfresser einen Großteil ihres Leben mit Schlafen verbringen, was typisch fĂŒr eine hohe Ammoniakbelastung von Leber und Blut ist, können Pflanzenfresser, wie Pferde, Elefanten oder Ochsen, deren Nahrung den Stoffwechsel viel weniger belastet, hohe Dauerleistungen erbringen. Fische können im Gegensatz zu SĂ€ugern Ammoniak ĂŒber die Haut per Osmose ins Meerwasser entgiften. Dies erklĂ€rt, warum z.B. Haie trotz hohem Fleischkonsums zu großen Ausdauerleistungen fĂ€hig sind und manche Rassen wie der Dornhai sogar eine nahezu dreistellige Lebenserwartung haben.

Man kann sich leicht vorstellen, welche Konsequenzen eine fleischreiche Kost fĂŒr den Menschen hat, dessen Gebiss, Enzymausstattung und lange Darmpassage fĂŒr eine Mischkost mit ĂŒberwiegend pflanzlichem Anteil ausgelegt ist. Die enorme Zunahme der Dickdarmkarzinome und anderer Tumore mit belegtem Zusammenhang zum Ausmaß des Fleischkonsums ist nur eine davon, chronischer Energiemangel wohl eine andere.

Mitochondriale Zytopathie als zentraler Pathomechanismus

In den letzten Jahren sind einige wichtige ZusammenhĂ€nge zwischen ErnĂ€hrung, mitochondrialer Energiegewinnung und Stoffwechselerkrankungen erkannt geworden. Studienergebnisse weisen daraufhin, dass Diabetes Mellitus Typ-2 als eine mitochondriale Zytopathie betrachtet werden kann. So wurde bei insulinresistenten Kindern von Diabetes Typ-2 Patienten im Vergleich zu insulin-sensitiven Personen eine verminderte Mitochondriendichte, eine um 30% verminderte Substratoxidation und verminderte ATP-Synthese festgestellt (27). Kulinski fĂŒhrt aus, dass sich klinisch bei Diabetes mellitus Typ II zu 80% pathologisch hohe Pyruvatkonzentrationen oder Laktatazidosen mit einem pathologischen Laktat/Pyruvat-VerhĂ€ltnis von > 20:1 finden. Da sich diese durch Vitamin B1-Gabe verbessern lassen, ist eine Störung des Pyruvatdehydrogenasekomplexes (Bindeglied zwischen Glykolyse und Citratzyklus) und des Ketoglutarat-Metabolismus (Ammoniakentgiftung) im Citratzyklus anzunehmen.

Beim metabolischen Syndrom liegt die Problematik in der reduzierten mitochondrialen Energiegewinnung und nicht in der Energiezufuhr ĂŒber die Nahrung. Im Gegenteil: Diese wird ĂŒber zentrale Mechanismen kompensatorisch gesteigert, da ein tatsĂ€chlicher Energiemangel vorherrscht, denn bei mitochondrialer Dysfunktion entspricht die aufgenommene Energie nicht der Energie, die tatsĂ€chlich als ATP zur VerfĂŒgung steht. Die Energieversorgung des Gehirns hat fĂŒr den Organismus höchste PrioritĂ€t. Bei einem Mangel an verfĂŒgbarer Energie sendet das Zentrale Nervensystem Signale zur Nahrungsaufnahme aus, bis der Energiebedarf des Gehirns gestillt ist – unabhĂ€ngig davon, wie viele Kalorien bereits aufgenommen wurden (28). Wie in einem Heizkraftwerk erzeugt auch noch so viel Kohle (Nahrung) keine Energie, wenn der Ofen (Mitochondrien) nicht mehr brennt und keine Heizenergie bzw. ATP, das zum grĂ¶ĂŸten Teil ĂŒber die Atmungskette gewonnen wird, mehr liefert.

Trotz genetischer Disposition der mitochondrialen Zytopathie ist die ErnĂ€hrung der fĂŒr den Stoffwechsel ausschlaggebende Faktor. Zur Zunahme des Alterdiabetes hat sicherlich die enorme Zunahme des Zuckerkonsums beigetragen (von 2 kg auf 34 kg in den letzten 60 Jahren) und Fleisch (37 kg auf 100 kg pro Kopf/Jahr), wĂ€hrend der Verzehr von komplexen Kohlenhydraten und insbesondere Ballaststoffen stark gesunken ist. Verglichen mit dem Verzehr vor 100 Jahren ist auch der Konsum der KohlenhydrattrĂ€ger Kartoffel und Brot stark zurĂŒckgegangen. Fette und Öle werden dagegen 10 mal mehr konsumiert als vor 100 Jahren. Die Generation, die heute eine Lebenserwartung von rund 80 Jahren hat, hat sich jahrzehntelang relativ zucker-, fett- und eiweißarm sowie ballaststoff- und kohlenhydratreich ernĂ€hrt und sich viel bewegt.

Leicht verfĂŒgbare Kohlehydrate bei gleichzeitigem Bewegungsmangel fĂŒhren zu Blutzucker- und Insulinspitzen mit allen bekannten Folgen. Die Lösung ist nun sicherlich nicht, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben. Denn eine Eiweißmast löst das Problem nicht, sondern verschlimmert es. Dies spiegelt sich in zahlreichen epidemiologische Studien wider, die zeigen, dass eine fleischreiche Kost die Inzidenz des metabolischen Syndroms (29)(30)(31)(32) bzw. von Diabetes mellitus Typ-2 (33)(34)(35)(36) deutlich erhöht. Weitere Studien zeigen, dass Menschen bei vegetarischer Kost, die in der Regel reich an Ballaststoffen und langsam verwertbaren Kohlenhydraten ist, ein deutlich geringeres Risiko haben, eine Insulinresistenz zu entwickeln, als bei gemischter, fleischreicher Kost (37)(38)(39). Wer ErnĂ€hrung nur auf glykĂ€mischen Index (GI) reduziert, wird von diesen Studienergebnisse ĂŒberrascht sein, denn Fleisch senkt automatisch deutlich den GI einer Mahlzeit. Wer aber den Stoffwechsel in seinen komplexen Interaktionen versteht, erkennt hier einen wichtigen dahinterliegenden Mechanismus: die Protein- und damit AmmoniakĂŒberladung hemmt mittel- und langfristig die zellulĂ€re Energiegewinnung auf mitochondrialer Ebene, insbesondere im Zusammenspiel mit einer gestörten Darmflora, und fördert damit EnergiemangelzustĂ€nde und die Entstehung des metabolischen Syndroms. Nebenbei erwĂ€hnt sei, dass eine proteinreiche ErnĂ€hrung bekanntlich der Hauptlieferant schwer abbaubarer, metabolischer SĂ€uren ist (SchwefelsĂ€ure).

Dies wundert auch nicht, denn die „artgemĂ€ĂŸe ErnĂ€hrung des Menschen“ ist nach allgemeiner ernĂ€hrungswissenschaftlicher Ansicht (vgl. Elmadfa/Leitzmann, ErnĂ€hrung des Menschen) „eine gemischte, jedoch stark ĂŒberwiegend pflanzliche Kost“. Dies zeigt sich u. a. an der Anatomie des Gebisses, der Enzymausstattung (z. B. keine eigene Vitamin-C-Synthese wie bei Pflanzenfressern, schlechter HarnsĂ€ureabbau), der DarmlĂ€nge und der Entwicklungsgeschichte.

Ein „Eiweißmangel“ ist bei Vegetariern bei abwechslungsreicher und ausgewogener ErnĂ€hrung ĂŒbrigens nicht zu befĂŒrchten. So hat z. B. die Kombination von Kartoffel und Ei die höchste biologische Wertigkeit ĂŒberhaupt (136). Im Vergleich mit Rind (92) weisen auch die Kartoffel (98-100), Milch (88) oder Soja (86) eine bessere oder vergleichbare biologische Wertigkeit auf.

Pflanzliches Eiweiß zeichnet sich ĂŒbrigens noch durch einen besonderen gesundheitlichen Wert aus. HĂŒlsenfrĂŒchte haben im Schnitt bei gleichem Proteingehalt ca. 50 % mehr Arginin und Aspartat wie Schweine- oder Rindfleisch (nach Souchi-Fachmann-Kraut). Aspartat und Arginin (als natĂŒrlicher Ornithin-PrĂ€kursor) sind wichtige Intermediate des Harnstoffzyklus. Mandeln wie auch einige andere NĂŒsse weisen sogar einen doppelt so hohen Gehalt wie Schweine- oder Rindfleisch dieser fĂŒr die Ammoniakentgiftung, die Endothelfunktion (NO-PrĂ€kursor) und das Immunsystem wichtigen AminosĂ€uren auf.

ErnÀhrungswissenschaftler kommen deshalb zu der Schlussfolgerung: Eine langfristige, vegetarische ErnÀhrung fördert die PrÀvention des Metabolischen Syndroms, von Diabetes and Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das metabolische Syndrom und Diabetes Mellitus Typ 2 sind klassische Beispiele mitochondrialer Dysfunktion, die auch mit einem deutlich erhöhten Risiko fĂŒr Arteriosklerose sowie Krebserkrankungen einhergehen.

Die ketogene DiĂ€t, Atkins-DiĂ€t und Fett-Eiweiß-Kost

Bei der ErnĂ€hrung sind es immer die Übertreibungen, die schaden und den Stoffwechsel ĂŒberlasten. So lieben Tumorzellen zwar Zucker, können aber auch ohne direkte Glucosezufuhr durchaus glĂŒcklich weiterleben. Denn Krebszellen vergĂ€ren nicht nur Glucose zu Laktat, sondern bauen auch im hohem Umfang Glutamin zu Ammoniak und MilchsĂ€ure (Glutaminolyse) ab, um die AminosĂ€ure als Kohlenstoffquelle zu nutzen. Zudem werden ĂŒberschĂŒssige Proteine im Stoffwechsel unter Energieaufwand und Ammoniakbelastung zu Glucose umgebaut. Die hohe Laktatbelastung wird um die noch gefĂ€hrlichere Ammoniakbelastung erweitert (40). Eine Vielzahl von Daten belegt, dass Tumorzellen Glukosetransporter ĂŒberexprimieren, die ihre halbmaximale AktivitĂ€t bereits im niedrigen Glukosebereich um und unter 2mM (18 mg/dl) erreichen (GLUT1, GLUT3). Es ist deshalb gut möglich, dass eine Glukoseabsenkung unter physiologischen Bedingungen nicht ausreicht, um die Glukoseversorgung maligner Zellen zu gefĂ€hrden (41)(42)(43)(44)(45).

Es wĂ€re naiv zu denken, man könne mit Antibiotika alle pathogenen Bakterien ausrotten oder mit Chemotherapie Krebsstammzellen abtöten. TatsĂ€chlich werden durch beide Maßnahmen gerade die WiderstandsfĂ€higsten selektiert. Ähnliches gilt fĂŒr jede einseitige ErnĂ€hrungsmaßnahme. Denn jede Abweichung vom gesunden Gleichgewicht des Stoffwechsels schafft nicht Gesundheit, sondern neue Imbalance. In zahlreichen epidemiologischen Studie hat sich eine ausgewogene, vollwertige ErnĂ€hrung mit reichlich GemĂŒse, Obst, Ballaststoffen und komplexen, langsam verwertbaren Kohlenhydraten als Basis sowie gesunden Fetten und Proteinen (insbesondere Eiweiß-Leinöl-Komplex nach Budwig oder Hochseefisch) als gesund erwiesen. Dies wundert auch nicht, denn die „artgemĂ€ĂŸe ErnĂ€hrung des Menschen“ ist nach allgemeiner ernĂ€hrungswissenschaftlicher Ansicht (vgl. Elmadfa/Leitzmann, ErnĂ€hrung des Menschen) „eine gemischte, jedoch stark ĂŒberwiegend pflanzliche Kost“. Dies zeigt sich u. a. an der Anatomie des Gebisses, der Enzymausstattung (z. B. keine eigene Vitamin-C-Synthese wie bei Pflanzenfressern, schlechter HarnsĂ€ureabbau), der DarmlĂ€nge und der Entwicklungsgeschichte.

Eine radikale ErnĂ€hrungsumstellung auf Eiweiß und Fett hungert auf Dauer weniger den Tumor als den Patienten aus, senkt die LebensqualitĂ€t und Stimmung (verminderte Serotoninproduktion) und fĂŒhrt nur zu neuen Problemen im Stoffwechsel. Denn der Kohlenhydratentzug fĂŒhrt hĂ€ufig zu Heißhunger- und unkontrollierten Essattacken, bei denen wahllos besonders einfache Kohlenhydrate konsumiert werden, die zu hohen Blutzuckerspitzen fĂŒhren und damit eine regelrechte Tumormast darstellen. Diese maßlose Kompensation und nicht die bewusst genossene Praline fĂŒttert den Tumor!

Die ketogene DiĂ€t, wie sie ursprĂŒnglich zu Beginn der 20-er Jahre zur Therapie medikamentös schwer einstellbarer Epilepsie in der PĂ€diatrie entwickelt wurde, ist per Definitionem eine fettreiche, kohlenhydrat- und relativ proteinarme, isokalorische ErnĂ€hrungsform, die nur unter erfahrener Aufsicht erfolgen sollte (45)(46). Bei dieser DiĂ€t wird bewusst eine Ketose, bei der die Energiegewinnung ĂŒber Ketonkörper erfolgt, angestrebt. Dies gelingt nur unter strenger Kohlenhydrat- und auch Eiweißrestriktion, denn die meisten AminosĂ€uren sind glucogen und können nach Transaminierung zu den entsprechenden KetosĂ€uren zur Gluconeogenese genutzt werden.

Ob eine solche DiĂ€t einen hemmenden Einfluß auf die Tumorprogression hat, ist weder erwiesen noch von der Hand zu weisen. Wenn jedoch unter einer ketogenen DiĂ€t falscherweise verstanden wird, ballaststoffreiche oder vitalstoffreiche Kohlenhyrate zu meiden und sich durch Fett und Fleisch zu ersetzen, erfolgt mehr Schaden als Nutzen. Bei einer eiweißreichen DiĂ€t oder als „Low-Carb“-DiĂ€t zum Abnehmen liegt in Wirklichkeit keine ketogene Stoffwechsellage vor. Vielmehr entsteht bei der Verstoffwechselung von großen Mengen glucogener AminosĂ€uren zu Glucose eine beachtlichen Ammoniak-Belastung von Leberstoffwechsel und Nieren.

Die Ammoniakfixierung und -entgiftung ist in hohem Maße energieaufwĂ€ndig: So werden bei der Aminierung von -Ketoglutarat zu Glutamat 1 ReduktionsĂ€quivalent NADH und bei der Reaktion zu Glutamin, wie auch bei der Transaminierung von Aspartat zu Asparagin, jeweils 1 Mol ATP benötigt. Der Harnstoffzyklus verbraucht pro Mol Ammoniak 3 Mol ATP.

Dies mag die anfĂ€nglich rasche Gewichtsabnahme bei proteinreichen DiĂ€ten wie der Atkins-DiĂ€t erklĂ€ren – ein kurzfristiger Erfolg, der mittel- und vor allem langfristig mit Störungen des Energie- und SĂ€ure-Basen-Haushaltes, Nieren- und Leberbelastung, Nierensteinen, Gelenkbeschwerden, proentzĂŒndlicher Stoffwechsellage, mangelnder Belastbarkeit, metabolischem Syndrom und einem erhöhten Risiko fĂŒr Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkauft wird. Denn die LĂ€hmung der mitochondrialen Energiegewinnung durch andauernde AmmoniakĂŒberlastung fĂŒhrt nach einer initialen Überhitzung des Stoffwechsels auf Dauer zum mitochondrialen Burnout.

Diese ZusammenhĂ€nge, die z. B. im Ayurveda seit Jahrtausenden bekannt sind, erklĂ€ren auch die scheinbar widersprĂŒchlichen Studienergebnisse. Studien mit kurzer Laufzeit bescheinigen der proteinreichen DiĂ€t Abnehmerfolge und wenig Nebenwirkungen, denn kurzfristig kann auch eine sehr proteinreiche DiĂ€t vom gesunden Organismus kompensiert werden.

Leben Vegetarier gesĂŒnder? Ist Fisch ein Jungbrunnen?

GrönlĂ€ndische Inuiten (Eskimos), die vor zehntausenden von Jahren aus Asien einwanderten und heute als Teil des Staates DĂ€nemark EuropĂ€er sind, ernĂ€hren sich sehr reichlich von „gesundem“ Fisch und befolgen gezwungermaßen traditionell strikt eine fett- und eiweißreiche DiĂ€t. Nach dem 2. Weltkrieg hatten sie eine Lebenserwartung von 32 Jahren, heute liegt diese immerhin bei 60 Jahren – wesentlich niedriger als bei ihren Vorfahren in den entwickelten Staaten Asiens mit pflanzenreicher Kost (Gesamtbevölkerung Japan 81 Jahre, Singapur 82 Jahre). Im Jahr 2005 wurde in der bisher einzigen ordentlichen Studie mit 454 Inuiten ein weiterer Mythos entthront: Eskimos sind durch ihre fischreiche ErnĂ€hrung nicht vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen geschĂŒtzt, obwohl sie hohe Omega-3-FettsĂ€ure-Spiegel im Blut haben(47). Fisch kann Teil einer gesunden ErnĂ€hrung sein, aber sicherlich nicht deren Basis.

Insbesondere bei Omega-3-FettsĂ€uren ist auf eine sehr schonende Verarbeitung zu achten. Wer Omega-3-FettsĂ€ure-reiche Lebensmittel (z. B. Leinöl, Hanf, Raps, Fisch, Rindfleisch aus Weidenhaltung, Wild), unsachgemĂ€ĂŸ zu hell, zu warm oder zu lange lagert oder sie sogar – wie hĂ€ufig praktiziert – brutzelt und brĂ€t, erzeugt besonders krebserregende Stoffe, wie z. B. Lipidperoxide. Dies dĂŒrfte auch die ErklĂ€rung sein, warum in einigen Studien ein erhöhter Verzehr von alpha-LinolensĂ€ure mit einem erhöhten Prostatakrebsrisiko einhergeht. Diese omega-3-FettsĂ€ure ist in der Verarbeitung besonders empfindlich, was leider kaum bekannt und beachtet wird.

FĂŒr Deutschland liegen eindrucksvolle epidemiologische Daten vor: Bereits zu Beginn der achtziger Jahre wurden in Deutschland drei große Vegetarierstudien von der UniversitĂ€t Gießen, dem Krebsforschungszentrum Heidelberg und vom Bundesgesundheitsamt Berlin unabhĂ€ngig voneinander durchgefĂŒhrt. Die wichtigsten Ergebnisse dieser Studien sind: gĂŒnstigere Werte in Bezug auf Blutdruck, Körpergewicht und KrankheitshĂ€ufigkeit, eine höhere Lebenserwartung und eine geringere AnfĂ€lligkeit gegen Krebs und Herzkreislauferkrankungen. Aus der Heidelberger Studie gingen eine um 50 % niedrigere Todesrate durch Schlaganfall und Herzinfarkt, 50 % weniger bösartige Tumore bei MĂ€nnern und 25 % weniger bösartige Tumore bei Frauen sowie das seltenere Auftreten von Angina pectoris und von Durchblutungsstörungen bei vegetarisch lebenden Menschen hervor. Zusammenfassend lĂ€sst sich aus diesen Studien ableiten, dass keine Mangelerscheinungen festgestellt worden sind, der allgemeine Gesundheitszustand ĂŒberdurchschnittlich gut ist und die vegetarische ErnĂ€hrung als geeignet und empfehlenswert bezeichnet werden kann. In der Gesamtwertung kommt nach 21 Jahren Beobachtungszeit die Vegetarierstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums zum Ergebnis, dass bei vegetarisch lebenden Menschen das Sterblichkeitsrisiko drastisch verringert ist. Von 100 in der Altersgruppe der Studienteilnehmer zu erwartenden TodesfĂ€llen traten bei den Vegetarierinnen und Vegetariern nur 59 ein. Die anderen 41 lebten lĂ€nger, als statistisch zu erwarten gewesen wĂ€re. Bei den mĂ€nnlichen Studienteilnehmern war der positive Effekt mit nur 52 tatsĂ€chlichen TodesfĂ€llen sogar noch ausgeprĂ€gter (48)(49).

Eine Vielzahl an Studien belegen, dass das Erkrankungsrisiko an Dickdarmkrebs stark mit dem Fleischkonsum korreliert. Weniger bekannt ist die deutliche Risikoerhöhung bei Brustkrebs: Bei 14291 Frauen wurde eine Risikoerhöhung von durchschnittlich 87% festgestellt(50).
In einer Gruppe von 3.367 postmenopausalen Frauen stieg das Brustkrebsrisiko fĂŒr die Gruppe mit dem höchsten Konsum an tierischem Eiweiß um 278% im Vergleich zur Gruppe mit dem niedrigsten Verzehr(51).
Blutzuckerspitzen können durch eine ballaststoffreiche Kost mit langsam verwertbaren Kohlenhydraten gut vermieden werden, ohne die Leber durch ein Übermaß an Eiweiß mit Ammoniak und anderen Endotoxinen einer fleischreichen Kost zu belasten. Der Leberstoffwechsel von Krebskranken ist ohnehin durch den Abbau der MilchsĂ€ure und anderer toxischer Stoffwechselprodukte des Tumors ĂŒberfordert (vgl. Fatigue bei Krebskranken). Die Vollwertkost, die auf große ErnĂ€hrungsforscher wie Prof. Kollath, Pfarrer Kneipp, Dr. Bircher-Benner, Prof. Leitzmann oder Dr. Bruker zurĂŒckgeht, ist „out“, wo sie doch heute so gefragt und wichtig wie nie zuvor ist.

Dass eine pflanzenreiche Kost bei einer bestehenden Krebserkrankung die besten Resultate bringt, basiert auf sehr umfangreichen Datenmaterial, das hier nur beilĂ€ufig erwĂ€hnt werden kann. So bestĂ€tigt z. B. ein aktuelles Review ĂŒber 8 Beobachtungsstudien und 17 Interventions- oder Laborstudien zum Effekt einer pflanzlichen Kost und Pflanzenstoffen in Bezug auf die Progression und das Überleben bei Prostatakrebs die Empfehlung, dass eine pflanzenreiche Kost als eine wichtige Komponente der tertiĂ€ren Therapie des Prostatakarzinoms dient (52). Der Effekt alimentĂ€rer Maßnahmen wird durch weitere Verbessungen des Lebensstils verstĂ€rkt. So gilt es als gesichert, dass regelmĂ€ĂŸige Bewegung sowie Normalgewicht das Risiko eines Prostatkarzinoms deutlich senken. Stressreduktion bietet vermutlich einen weiteren Zusatznutzen: In einer kleinen Studie aßen 14 Patienten mit rezidivierendem Prostatakrebs ĂŒber 6 Monate eine pflanzenreiche Kost und praktizierten Stressmanagement. Vier von zehn auswertbaren Patienten hatten ein absolutes Absinken des PSA-Wertes, neun von zehn hatten eine Reduktion der PSA-Verdoppelungszeit. Die mediane PSA-Verdoppelungszeit erhöhte sich von 11,9 Monaten vor der Studie auf 112,3 Monaten in der Studie, auch wenn diese Werte aufgrund der KĂŒrze der Studie nicht ausreichend aussagekrĂ€ftig sind (53).

Dagegen erhöht sich das Risiko fĂŒr das Prostatakarzinom deutlich und eindeutig mit dem Verbrauch von Fleisch, insbesondere von rotem Fleisch. In einem Review wurden die verfĂŒgbaren großen Fall-Kontroll- und Kohorten-Studien analysiert: Von 22 Studien zeigten 16 ein um mindestens 30% erhöhtes Risiko (54).

In der bekannten Studie von Giovannucci mit 51529 MĂ€nnern in Heilberufen zeigte sich bei rotem Fleisch ein 2,64 faches Risiko eines fortgeschritten Prostatakarzinoms. Tierische Fette fĂŒhrten zu einem 1,63 fachen Risiko(55) . Neben den in diesem Artikel erwĂ€hnten Faktoren spielen sicherlich auch die klassischen Kanzerogene wie heterozyklische Amine und polyzklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die bei beim Braten des Fleisches auftreten eine wichtige Rolle.

Nach Prof. Leitzmann sollten bei Krebs 15 % der gesamten Energiezufuhr von 2000 kcal aus Eiweiß (max. 75 g), vorzugsweise aus laktovegetabiler Quelle und Fisch, ca. 25-30 % aus Fett (ca. 70-80 g, vorzugsweise gesunde Omega-3-FettsĂ€uren aus frischem Leinöl, Hanf, Raps, Fisch) und 55-60% (275-300 g) aus langsam verwertbaren Kohlenhydrate bestehen (56).

Die falsche Basentherapie fördert den Teufelskreis

Durch unsere moderne proteinreiche ErnĂ€hrung und den Mißbrauch von Antibiotika ist der Dickdarm bei den meisten Menschen zu alkalisch, wĂ€hrend der Gesamtstoffwechsel unter der SĂ€urenlast leidet, die eine proteinreiche ErnĂ€hrung nachweislich mit sich bringt. Wer nun zu starken Basenmitteln wie Natriumbicarbonat und Calciumcarbonat greift, verspĂŒrt zunĂ€chst eine Erleichterung durch die Entlastung des SĂ€ure-Basen-Haushalts. Aber durch den negativen Einfluß auf die Darmflora ermĂŒdet auf Dauer die Leber – durch die Alkalisierung des Magen-Darm-Trakts fördern wir den unterschwelligen „Ammoniak-Kater“.

Das ZivilisationsphĂ€nomen „ÜbersĂ€uerung“ muss an der Wurzel angepackt werden und die sitzt in Darm und Leber, wie ausfĂŒhrlich dargelegt wurde. Citrate und Darmsanierung sind der SchlĂŒssel zu neuer Energie, indem sie das Darmmilieu und den Citratzyklus regenerieren.

Durch Regeneration zu neuer Energie

Eine gesunde Basentherapie besteht aus einer milchsauren Darmsanierung und einem schonenden Basenmittel auf Citratbasis. Durch eine Darmsanierung mit einem MilchsĂ€ure-PrĂ€biotikum, welches das Darmmilieu wieder ins Gleichgewicht bringt, kann die Leber ihre Aufgabe als wichtigstes EntsĂ€uerungsorgan des Stoffwechsels wieder erfĂŒllen und verstĂ€rkt die Wirkung der basischen Citrate. Da Citrate ihre basische Wirkung weniger im Magen-Darm-Trakt, sondern vor allem im Zellstoffwechsel entfalten, schonen sie den Magen und das Darmmilieu. Idealerweise werden MilchsĂ€ure-PrĂ€biotikum und basische Citrate immer in Kombination angewandt. Citrate stĂ€rken den Stoffwechsel der Mitochondrien, indem sie den KetosĂ€urenpool auffĂŒllen. Damit Citrat in den Citratzyklus eingeschleust und zu Kohlendioxid verarbeitet werden kann, verbraucht es drei SĂ€ure-Äquivalente. Im Vergleich dazu eliminiert ein Bicarbonat-Ion nur ein SĂ€ure-Äquivalent.

Darmsanierung lĂ€sst die Leber auf-„leben“

FĂŒr eine Darmsanierung, die die Basis fĂŒr eine gesunde Funktion des Leberstoffwechsels und des SĂ€ure-Basen-Haushalts darstellt, sind folgende vier Komponenten wichtig: hochdosierte rechtsdrehende MilchsĂ€ure, prĂ€biotische Ballaststoffe, ausgleichende, entblĂ€hende KrĂ€uter und antioxidative, antientzĂŒndliche Beeren. ZusĂ€tzlich sind hĂ€ufig noch probiotische Bakterien zur Umstellung der Darmflora sinnvoll.

MilchsÀure reguliert das Darmmilieu und bildet Butyrat als Krebshemmstoff

Die MilchsĂ€ure senkt den Darm-pH-Wert und bewirkt dadurch zweierlei: Zum einen verhindert die AnsĂ€uerung die Aufnahme des giftigen Ammoniaks aus dem Darm und entzieht es dem giftigen Kreislauf durch die Ausscheidung als Ammoniumsalz. Der belebende Effekt von sauren Lebensmitteln wird ĂŒbrigens auch bei dem traditionellen „KaterfrĂŒhstĂŒck“, das aus sauren Heringen und sauren Gurken besteht, ausgenutzt.

Zweitens beeinflusst die AnsĂ€uerung die Darmflora positiv, denn das Wachstum krank machender Mikroorganismen wie FĂ€ulnisbakterien und Pilze wird zurĂŒckgedrĂ€ngt. Dadurch entstehen insgesamt wesentlich weniger Ammoniak und Fuselalkohole. Auch wenn es auf den ersten Blick widersprĂŒchlich erscheint: Obwohl die rechtsdrehende MilchsĂ€ure selbst sauer ist, bewirkt sie ĂŒber die Entlastung von Darm und Leber eine spĂŒrbare Verbesserung der Entgiftungs- und EntsĂ€uerungsleistung der Leber!
Außerdem wird MilchsĂ€ure von der Darmflora (z.B. Megasphaera-Bakterien) direkt zu ButtersĂ€ure verstoffwechselt (57)(58). Hierbei stellt MilchsĂ€ure einen mengemĂ€ĂŸig sehr bedeutsamen Ausgangsstoff fĂŒr die Butyratsynthese dar. Diese kurzkettige FettsĂ€ure (SCFA) spielt fĂŒr die Darmschleimhaut eine besonders wichtige Rolle, denn die Kolonozyten gewinnen 70% ihrer Energie aus ButtersĂ€ure. Eine ausreichende Versorgung mit n-Butyrat beugt dem leaky-gut Syndrom vor, bei dem es durch Energiemangel zu einer Lockerung der energieabhĂ€ngigen interzellulĂ€ren CadherinbrĂŒcken und damit zu einer erhöhten PermeabilitĂ€t des DĂŒnn- und Dickdarms kommt. DarĂŒber hinaus wirkt Butyrat antientzĂŒndlich und bietet einen körpereigenen Schutz vor Entartung der Zellen und damit der Entstehung von Krebs (59).

Bereits NobelpreistrĂ€ger Dr. Otto Warburg vermutete, dass ButtersĂ€ure die Resozialisierung von Krebszellen zu „normalen“ Zellen fördern kann. Inzwischen ist diese Hypothese auf molekularbiologischer Ebene bestĂ€tigt worden: Butyrat steigert die Bildung apoptotischer und proapoptotischer Proteine und reaktiviert das Tumorsupressor-Gen p21. Durch Regulation des Zellzyklus ĂŒber die Senkung der freien IGF-Konzentration und Downregulation von Cyclin-abhĂ€ngigen Kinasen (CDK) wird die Zelldifferenzierung gefördert (59). Ein bedeutender Angriffspunkt sind nukleĂ€re Transkriptionsfaktoren wie NFκB, die Einfluss auf die Entgiftung radikalischer Produkte, aber auch auf die Steuerung der ImmunitĂ€t ĂŒber das TH1/TH2-VerhĂ€ltnis haben. n-Butyrat hat somit einen direkten Einfluss auf die Entstehung von Krebs und kann als natĂŒrliche Chemoprophylaxe verstanden werden. Extraintestinal versorgt n-Butyrat den mitochondrialen Energiestoffwechsel von Muskel- und Hirnzellen (59).

Die besonderen therapeutischen Wirkungen von rechtsdrehender MilchsĂ€ure in Bezug auf das Krebsgeschehen, die von der Erfahrungsheilkunde seit Jahrzehnten beobachtet und genutzt, aber bisher durch biochemisch nicht haltbare Modelle erklĂ€rt wurden, dĂŒrften auf dem doppelten Effekt von DickdarmansĂ€uerung mit Ammoniakausleitung und der Bildung von Butyrat, einem nachweislich potenten Hemmstoff des Krebsgeschehens, beruhen. Tumore produzieren im erheblichen Ausmaß sowohl links- als auch rechtsdrehende MilchsĂ€ure und belasten die Leber als wichtigstes Organ des Energiestoffwechsels, was sich unter anderem in der typischen Fatigue Krebskranker widerspiegelt.
Die Annahme, dass oral aufgenommene rechtsdrehende MilchsĂ€ure im großen Mengen resorbiert wird, um eine direkte Wirkung im Stoffwechsel zu haben, ist nicht haltbar. Noch weniger haltbar ist die Behauptung, dass rechtsdrehende MilchsĂ€ure das linksdrehende Enantiomer zum Racemat neutralisieren könne. Die oral eingenommene MilchsĂ€ure steigert die Butyratsynthese und senkt den pH-Wert des Dickdarmmilieus und damit die Ammoniaklast, sodass die Leber als zentrales Organ des Laktatabbaus entlastet wird. Noch sinnvoller ist die gleichzeitige ganzheitliche Darmsanierung und regelmĂ€ĂŸige Bewegung, um die Atmung und den Stoffwechsel zu aktivieren.

Übrigens reichen die ĂŒblichen Mengen MilchsĂ€ure in milchsauren Lebensmittel wie auch in vielen handlesĂŒblichen MilchsĂ€ureprĂ€paraten zur NahrungsergĂ€nzung fĂŒr die erwĂŒnschten Effekte nicht aus. Die reine rechtsdrehende MilchsĂ€ure ist der in milchsauren Lebensmitteln auch hĂ€ufig enthaltenen linksdrehenden MilchsĂ€ure vorzuziehen, die von den Stoffwechselenzymen nicht abgebaut wird und deshalb in einer ungĂŒnstigen Stoffwechselsituation die ÜbersĂ€uerung begĂŒnstigen kann.

PrÀbiotische Ballaststoffe stÀrken gesunde Darmflora und Stoffwechsel

PrĂ€biotische Ballaststoffe wie natĂŒrliches Inulin aus der Topinamburknolle sind eine ideale Nahrung fĂŒr die gesunden Bifidobakterien und fördern damit deren Wachstum und Vermehrung. Bifidobakterien verarbeiten die Ballaststoffe nĂ€mlich zu Fructose und kurzkettigen FettsĂ€uren, die fĂŒr einen sauren Darm sorgen und wiederum den milchsĂ€urebildenden Laktobazillen als Nahrung dienen. Eine dieser besonderen FettsĂ€uren, das Butyrat, schĂŒtzt und pflegt die durch FehlernĂ€hrung stark strapazierte Darmschleimhaut und bewahrt sie vor EntzĂŒndungen und Krebs (s.o.). Zudem sammelt die Wildfrucht Topinambur aus seiner ursprĂŒnglichen, unberĂŒhrten Herkunft aus Extremregionen (Anden) noch viele andere wertvolle Vitalstoffe, wie Spurenelemente, Vitamine und Polyphenole.

Die enge Verbindung von Darmflora und der Leber als dem zentralen Organ des Energie-, Fett- und Cholesterinstoffwechsels wurde ausfĂŒhrlich beschrieben. Praktisch zeigt sich dies in immer mehr Studien, die eine positive Wirkung von Inulin bei Fett- und Cholesterinstoffwechselstörungen aufzeigen. (80)
Bei Ratten wurde die Lebenszeit durch Inulin um 33% (weibliche Ratten) bzw. 35% (mĂ€nnliche Ratten) verlĂ€ngert. Die Tiere waren dĂŒnner und hatten bessere Fett- und Cholesterinwerte als die Kontrolltiere. (81)
Auch Laktulose wirkt prĂ€biotisch, aber auch ĂŒbermĂ€ĂŸig abfĂŒhrend und oft stark blĂ€hend, weil sie besonders schnell – zum Teil schon im DĂŒnndarm – fermentiert wird. Laktulose kann Fettstoffwechselstörungen bei Dauereinnahme begĂŒnstigen.

Sollte es durch prĂ€biotische Ballaststoffe zu BlĂ€hungen kommen, liegt die Ursache meist in einer Störung der Dickdarmflora mit ausgeprĂ€gtem Mangel an Bifido- und Laktobakterien. In diesem Fall ist eine langsame Dosissteigerung und ggf. die zusĂ€tzliche Einnahme von probiotischen Darmbakterien notwendig, um eine Umstellung der Darmflora und des Darmmilieus zu erreichen. Die Keime sollten am besten in gefriergetrockneter Form eingenommen werden, weil so eine ausreichende, standardisierte Konzentration, die ÜberlebensfĂ€higkeit bei der kritischen Magen-DĂŒnndarm-Passage und eine mikrobiologisch einwandfreie Zusammensetzung gewĂ€hrleistet ist. Aber auch lebende Keime in Joghurts und Trinkprobiotika können hilfreich sein, wenn sowohl lebende Bifidobakterien als auch Laktobazillen enthalten sind. Auf Dauer können sich aber nur die eigenen Keime im Darm festsetzen. Daher ist es am wichtigsten, die eigene Flora durch PrĂ€biotika zu stĂ€rken.

In selteneren FĂ€llen kann auch eine bakterielle Überwucherung des DĂŒnndarms die Ursache von starken BlĂ€hungen sein. Ein Hinweis darauf ist, dass z. B. Zucker, Glukose und Laktulose schon 20 Minuten nach Verzehr zu BlĂ€hungen fĂŒhren. Hier ist die Vermeidung von Zucker und Weißmehl entscheidend.

KrÀuter und Beeren wirken als Zellregulatoren
KrĂ€uter wie Melisse, Anis, Fenchel, Löwenzahn, Salbei und viele weitere KrĂ€uter balancieren, entspannen und entblĂ€hen den Darm. Konzentrierte AuszĂŒge aus Amla-Beeren, die als die wichtigsten Beeren des Ayurveda gelten, und die Holunderbeeren, deren Heilwirkung schon Hippokrates nutzte, wirken im Darm antientzĂŒndlich (u.a. COX-2-Hemmung) und schĂŒtzen vor freien Radikalen. Auch der Granatapfel hat ĂŒbrigens diese Wirkung auf den Darm.

Basische Citrate aktivieren den Zellstoffwechsel
Citrate, die Salze der CitronensĂ€ure, sind effektive, aber gut vertrĂ€gliche Basenmittel. Werden die Citrate in Kombination mit der Darmsanierung angewandt, sind sie noch wirksamer, da der Leberstoffwechsel entlastet wird. Die Citrate tragen zusammen mit dem MilchsĂ€ure-PrĂ€biotikum zur Regeneration des Energiestoffwechsels bei. Citrate gleichen im Citratzyklus das Defizit an KetosĂ€uren aus, das durch die erhöhte Ammoniakbelastung entstanden ist. Bis Glucose im Citratzyklus verwertet wird, sind mehrere enzymatische, zum Teil energieaufwendige Schritte notwendig. Citrat wird dagegen nach dem erwĂŒnschten Verbrauch von 3 SĂ€ure-Äquivalenten ohne Energieaufwand direkt in den Citratzyklus eingeschleust. Das MilchsĂ€ure-PrĂ€biotikum und die Citrate wirken synergistisch auf den Energiestoffwechsel, denn die MilchsĂ€ure entfernt das blockierende Ammoniak aus dem giftigen Kreislauf und die Citrate bringen die „Stoffwechsel-KreissĂ€ge“ wieder zum „Rotieren“: Die NĂ€hrstoffaufbereitung fĂŒr die biologische Oxidation wird gefördert. Sozusagen nebenbei werden noch unerwĂŒnschte SĂ€uren verstoffwechselt. Auch in der Wirkung auf die Darmflora ergĂ€nzen sich MilchsĂ€ure-PrĂ€biotikum und Citrate, denn Citrate fördern das Wachstum von Lactobazillen und dienen ihnen als Energiequelle (60).

Wie sich in MR-spektroskopischen Untersuchungen zeigt, haben Tumorzellen deutlich verminderte Citrat-Spiegel. Die Ursache dĂŒrfte in einer Blockade ihres Citratcyklus liegen. Interessanterweise stellten in den Jahren 1956/1957 Wissenschaftler an Krebszellen fest, dass deren Wachstumsrate umso höher war, je geringer deren ZellatmungsaktivitĂ€t war. Durch die Zugabe von CitronensĂ€ure steigerte sich die Rate der Zellatmung, wĂ€hrend sich die Vermehrung der Tumorzellen verlangsamte (61). Eine verminderte Zellatmung kann die Krebsentstehung und das Krebsgeschehen begĂŒnstigen.

Auch die Gegen-Ionen der Citrate sind wichtig: insbesondere Kalium und Magnesium und zum Teil auch Calcium werden heute ĂŒber unsere ErnĂ€hrung oft zuwenig aufgenommen. Die intrazellulĂ€re Adziose ist nicht messbar und stellt durch ihre Hemmung der mitochondrialen AktivitĂ€t das grĂ¶ĂŸte Problem dar. Werden die Zellen mit zu viel SĂ€uren durch die ErnĂ€hrung oder den Stoffwechsel ĂŒberflutet, treten SĂ€uren ĂŒber den H+/K+-Antiporter im Austausch gegen Kalium-Ionen in die Zelle ein. Die Folge: Die Zellen verarmen an Kalium und „ersticken“ an den SĂ€uren, die nicht ausgeschieden werden können (62)(63). Eine ausreichende Kaliumzufuhr bewirkt ĂŒber den gleichen Mechanismus eine intrazellulĂ€re EntsĂ€uerung. Diese Eigenschaft besitzen nur Kalium und Magnesium – Natriumsalze dagegen leisten diese intrazellulĂ€re EntsĂ€uerung nicht. In Deutschland nehmen MĂ€nner tĂ€glich im Schnitt 3300 mg Kalium, Frauen 2860 mg auf. Das Food and Nutrition Board der USA und Kanada erachten unter prĂ€ventiven Aspekten fĂŒr alle Erwachsenen eine Zufuhr von 4700 mg pro Tag als notwendig. Diese Kaliummenge (aus der Nahrung) ist aufgrund neuer Erkenntnisse erforderlich, um erhöhtem Blutdruck und SchlaganfĂ€llen, KochsalzsensitivitĂ€t, Nierensteinen oder Osteoporose vorzubeugen und entgegen zu wirken (64)(65)(66)(67)(68)(69)(70)(71)(72)(73)(74)(75)(76).
FĂŒr Kaliumcitrat ist in klinischen Studien nachgewiesen, dass es dem Calciumverlust ĂŒber die Niere und dem Calciumabbau aus dem Knochen entgegenwirkt (77)(78)(79). Damit wirkt es gleich von zwei Seiten der Osteoporose entgegen. Die gemeinsame Einnahme mit Calcium, Magnesium und Vitamin D, das die Calciumresorption aus dem DĂŒnndarm steigert, fördert zusĂ€tzlich die Knochengesundheit.

Fazit: Das wirksame Konzept fĂŒr Energie- und SĂ€ure-Basenhaushalt basiert auf drei SĂ€ulen: 1. Darmsanierung mit hochdosierter MilchsĂ€ure und PrĂ€biotika, 2. Citrate und 3. ggf. Probiotika. MilchsĂ€ure-PrĂ€biotikum und Citrate stellen die natĂŒrliche SĂ€ure-Basen-Balance wieder her, indem sie den Leberstoffwechsel entlasten. Die Gabe von lebensfĂ€higen Probiotika in gefriergetrockneter Form beschleunigt die Regeneration der Darmflora.

Die dauerhafte Basis einer gesunden Lebensweise bildet eine ausgewogene und nicht einseitige ErnĂ€hrung mit reichlich GemĂŒse und Obst (niedrige Energie- und hohe Vitalstoffdichte, viel Ballaststoffe), langsam verstoffwechselbare Kohlenhydrate (z. B. roter Reis, Vollkornmehl, Hafer, Gerste, Hirse, Dinkel), gesunde Fette (Olivenöl, schonende Zubereitung von Omega-3-FettsĂ€uren aus frischem Leinöl, Hanföl, Rapsöl oder Fisch), reichlich FlĂŒssigkeit (mind. 2 l KrĂ€utertee, Wasser), nur wenig Zucker und Weißmehl, Eiweiß in Maßen (vorzugsweise aus ovolaktovegetabiler Quelle oder Fisch) sowie regelmĂ€ĂŸige Bewegung und vor allem: viel Lachen und Freude am Leben.

 

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