Vorträge

Kneipp heute 2008 – „Vorbeugen ist besser als Heilen“

Ein Vortrag von Dr. med. Karl Otto Jacob, Internist in Tauberbischofsheim im März 08

Liebe Kneippianer, sehr verehrte Damen und Herren,

ich freue mich, heute zu Ihnen sprechen zu können und hoffe, Ihnen einige Denk- und Verhaltensimpulse übermitteln zu können.

Zur Thematik: Kneipp heute 2008 – „Vorbeugen ist besser als Heilen“. Kann uns Pfarrer Kneipp bei den praktischen Lebens- und Gesundheitsfragen noch etwas sagen, sind seine Gesundheitsprinzipien auch heute noch wegweisend - seine weise Empfehlung „Vorbeugung ist besser als Heilen“ mit Gewissheit. Die Verwendung physikalisch-chemischen Wissens für die industrielle Produktion und die unkritische Nutzung im Alltag belastet durch Schadstoffe und Müll die Natur. Diese wird durch uns teilweise zerstört und verändert. Als Glied der Natur wird der Mensch wesensverändert, zum Schadstoffträger und zum Mülldepot.

Arglos kaufen wir industriell verfeinertes und verfälschtes Joghurt, angereichert mit Farb-, Geschmacks- und Konservierungsstoffen, nutzen aluminiumbehaftetes Backpulver, einen neuen, mit Pestiziden behandelten Pullover oder Matratzen mit Antiflammmittel – wobei der eingeatmete Schadstoff in seltenen Fällen den plötzlichen Säuglingstod erklärt; wir verwenden Leitungswasser aus Blei – oder Kupferrohren zum Kochen und Baden, lüften die Wohnung an einer vielbefahrenen Autostraße, ohne die Windrichtung zu beachten, erwärmen die Mahlzeit in einem Mikrowellenherd, verwenden unkritisch und unnötig schnurlose Telefone, dachten beim Kauf eines Gefrierschrankes nicht an das Ozonloch und die drohende Klimakatastrophe, verwenden isopropylhaltige Rasierwasser, Körperlotionen und aluminiumhaltige Desodorantien, machen Urlaub in fernen Ländern und erzeugen hierbei tonnenweise CO 2.

Ich war 36 Jahre alt, als mir im Zusammenhang mit einer 3-wöchigen Vertretertätigkeit in einem nahegelegenen Kurort und der sich anschließenden 1 ½ -jährigen Leitung eines Kneipp-Sanatoriums in Olsberg/Hochsauerland entscheidende wesentliche Unterschiede im Kurkonzept auffielen. Nicht passive Resignation und Erwartungshaltung, die vorwiegend auf Medikament und Arzt baut, Selbstbetrug und uferlose Nutzung des Sozialsystems; vielmehr Aneignung von Wissen zur Selbsthilfe, zu konsequenterem Verhalten, also aktiver eigener Gesundungswille sind Garanten, gesund zu bleiben oder bei Erkrankungen geheilt zu werden.
Inzwischen hat das Kneipp´sche Konzept, das die Wertigkeit der Vorbeugung besonders betont, nicht einzelne Körperregionen behandelt, sondern versucht, in einer ganzheitlichen Betrachtung des Menschen Körper, Geist und Seele miteinander in Einklang zu bringen, weitgehend Anerkennung gefunden.

Durch falsche Verhaltensweise, die zur Gewohnheit wird, können wir durch Nahrung, Getränke, zu viel oder zu wenig Schlaf, durch falsche körperliche, geistige oder seelische Aktivitäten - denken wir nur an das passive Versumpfen vor dem Fernsehkasten - ebenso erkranken, wie durch Genuss- oder Suchtmittel, Viren, Bakterien und den Alterungsprozess. Wir werden aber auch krank durch übersensibles, gekränktes Reagieren, indem Ängste uns peinigen, Konflikte uns belasten, weil wir nicht zu Lösungen fähig sind. Fixierte negative Gedanken und Stimmungsbilder können unsere Lebensenergie und Initiativefreudigkeit lähmen, uns total beschäftigen und schöpferische eigene Gedanken ersticken sowie lähmen. Für den griechischen Philosophen Heraklit war das entscheidende Lebensprinzip die Bewegung : Alles fließt – Panta rhei. Der lateinische Begriff „Patient“ betont ebenfalls das Moment des Erstarrens und der Lähmung des Aufsichzurückgeworfenwerdens. Patient leitet sich von patere= Leiden ab.Der Leidende wird passiv, bewegungs- , energielos, geistig und körperlich gelähmt.

Wie entsteht aus der Erstarrung des Krankseins neue Lebendigkeit und Aktivität ? Der irrationale psychische Zwang des Leidens führt auch je nach Erkrankungsintensität und individueller Reaktionsweise zum Innehalten, zur Selbstbeobachtung und – indem wir ins uns selbst Ordnung schaffen, unser negatives Ich ablegen – ist der Leidensdruck heilsam und kann zu Neuorientierung, wachsender Vitalität, Hoffnung, Lebenslust und Lebensbejahung führen.

Diese innerseelische Kur, diese Selbsterneuerung ist sicher wirksamer als eine ärztlicherseits verordnete. Durch die Selbsterkenntnis angereicherte Energie für Leib und Seele geht meist mit einer bewussteren Lebensführung einher.

Bekanntlich stellte Pfarrer Kneipp seine Ganzheitstherapie auf fünf Säulen. Der höchst sinnvolle Leidenszwang führte den jungen Sebastian Kneipp, der an einer Lungen-Tb. litt, über die Bäder in der eiskalten Donau – wenn ich mich recht erinnere, begann er im November - zu einer hoffnungsvollen Selbsterfahrung und ließ ihn zum weltbekannten Heiler werden. Seine fünf Säulen der Ganzheitstherapie seien genannt:

1) Wasser- oder Hydrotherapie- mit dem Fachausdruck
2) Bewegungs- oder Kinesiotherapie
3) Heilpflanzen- oder Phytotherapie
4) Ausgewogene Ernährung oder Diätetik
5) Bewusste LebensfĂĽhrung oder Ordnungstherapie
Dies sind seine fĂĽnf entscheidenden Heilprinzipien.

Auf die Wassertherapie, die das Vegetativum stabilisiert, die periphere und zentrale Durchblutung verbessert, sicherlich auch die Fließfähigkeit des Blutes beeinflusst und zur Entschlackung beiträgt, die körperliche Abwehr stärkt sowie auf die Heilpflanzen möchte ich nur im Zusammenhang mit den seit Kneipp veränderten Umweltbedingungen eingehen. Umweltfaktoren, Umweltschadstoffe, Vergiftung von Luft, Boden und Wasser spielten für Kneipp noch keine wesentliche Rolle – für ihn war die Natur noch heil, aber unverändert bestand schon damals das menschliche Problem der Selbstzerstörung. So sagte er wörtlich: „ Wenn Menschen nur halb soviel Sorgfalt darauf verwenden würden, sich gesund zu erhalten wie sie unbewusst Mühe verwenden, krank zu werden – die Hälfte der Krankheiten bliebe ihnen erspart.“ Er fordert Bewusstseinsbildung. Die Umweltprophylaxe, die Vermeidung von Schadstoffen ist Gesundheitsprophylaxe. Denn reines Wasser ist gesundes Wasser, Bewegung in schadstoffbelasteter Luft - denken Sie an die Autoabgase, das Kerosin der Flugzeuge und die Verbrennungsanlagen in unseren Wohnhäusern und der Industrie - dient nicht der Erholung. Sie verstärkt die Vergiftung des Körpers, indem wir mit unserem Körper die Umweltschadstoffe entsorgen. So vertraten zwei Schweizer Ärzte vor etwa 40 Jahren in ihrem Buchbeitrag die Auffassung, dass Anwohner vielbefahrener Kantonsstraßen an 9-fachem Krebsrisiko leiden. Heilpflanzen, Gemüse, Obst, Getreide, also unsere Nahrungsmittel, sind schadstoffhaltiger Luft, toxisch belastetem Regenwasser ausgesetzt, wobei durch lange Lagerung, Transport, Kultur in Gewächshäusern und lieblose Monokultur das Immunsystem der Pflanzen zusätzlich reduziert wird: Für den Agrarwissenschaftler Prof. Dr. Manfred Hoffmann wird das Lebendige der Lebensmittel mehr und mehr durch Vitaminmangel, Mangel an Mineralien, Spurenelementen und Aminosäuren in ihrer lebensvermittelnden Wirkung beeinträchtigt.

Der Teufelskreis, den wir Menschen, vor allem seit den letzten Jahrzehnten, in Gang gesetzt haben, wobei die negativen Auswirkungen verdrängt, verschwiegen wurden oder beschönigt werden, ist an dem Beispiel saurer Regen am interessantesten zu demonstrieren: Der saure Regen entsteht durch C0 2, S0 2, verbunden mit Wasser, Kohlensäure und schwefliger Säure, wobei durch die Säuren das physiologische Bakterienmilieu des Bodens teilweise zerstört wird. Im Gefolge entstehen Moos, Pilzerkrankungen an Kartoffeln und Tomaten. Das Immunsystem von Pflanzen, Sträuchern und Bäumen wird mangelhaft aufgebaut und für die an Menge und Artenvielfalt zunehmenden Schädlinge anfälliger.
Die Bekämpfungsmethoden durch Herbizide und Pestizide potenzieren die Umweltbelastung und führen zu einem zusätzlichen Eingriff in die Harmonie des Zusammenspiels der Naturgesetze und einer Schadstoffvermehrung im Erdreich und im Grundwasser.
Die zusätzliche Luft-, Wasser- und Bodenbelastung durch Autoabgase, Kerosin der Flugzeuge, private Heizungen und industrielle Verbrennungsanlagen seien nochmals in Erinnerung gerufen. Das Erdreich und Grundwasser wurde außerdem durch cadmiumhaltigen Klärschlamm, Schlacken als Abfallprodukt bei Verbrennungsöfen belastet und führt neben der Ansäuerung des Bodens zu einer Verdrängung des infarktverhütenden Minerals Magnesium. Es ist mit seiner beruhigenden, blutdrucksenkenden und antiarrhythmischen Wirkung besonders wichtig und erklärt teilweise Unruhe wie Streitsucht des Menschen. Entsprechend dem sauren Regen und Boden reagiert der Mensch ebenfalls saurer, aggressiver, un- und widerwillig, feindselig, verliert den sozialen Kontakt zu sich , was in neu geprägten Wörtern wie „Singles“, „Autismus“, „Alterspyramide mit sinkender Geburtenrate“ zum Ausdruck kommt; das Vereinsleben leidet, passive Fernsehlust und bis zur Sucht führende Benutzung des Computers führen zu Wesensveränderung des Menschen, der immer mehr lustlos frustriert ist , sich egozentrisch isoliert und depressiv selbstzerstörerisch dem Weiterleben in der Nachkommenschaft verweigert –negative emotionale Reaktionen überwiegen – sicherlich auch als Folge der Umweltverschmutzung – wodurch der Schädling Nr. 1 selbst zum Mülldepot wird.

Auch die einseitige Ernährung und hastiges Essen spielen eine Rolle bei der Übersäuerung des Stoffwechsels. So führt ein langsam gegessener, gut gekauter Apfel zu einem alkalischen, ein hektisch gegessener, schlecht gekauter Apfel zu einem sauren Stoffwechsel ( was von Dr. Bachmann, der hier schon auf Initiative von Herrn Linhart Vorträge hielt, beobachtet wurde); ebenso wie viel Fleisch und Fett, Alkohol, Süßigkeiten, Kaffee, Bewegungsarmut mit Sauerstoffarmut die Übersäuerung begünstigt. Dies führt zu dem sogenannten oxidativen Stress, wobei die freien Radikalen, also Stoffwechselgifte, nicht mehr abgebaut werden.

Sauer reagierte der Mensch schon immer; aber neu ist, dass er immer aggressiver wird, zunehmend egozentrisch, ein Drittel fettsĂĽchtig und dass hiermit in den westlichen Industriestaaten soziales Zusammenleben, Geburtenrate und Gesundheit zu einer schwerwiegenden Problematik werden.

Das moralisch besinnliche Ich wird bei diesem Teufelskreis mehr und mehr unterentwickelt, der neu entstehende egozentrisch autistisch geprägte Mensch lässt Bedächtigkeit, Geduld, Anstand und Liebenswürdigkeit oft vermissen. Für den Verhaltensforscher, Mediziner und Nobelpreisträger Konrad Lorenz ist die Rasanz der Entwicklung und der Abriss der Tradition ein Hauptgrund („Die acht Hauptsünden der zivilisierten Menschheit“) für diese Entwicklung. Im Sinne von Kneipp, der als 28-Jähriger nicht der Angst verfiel, depressiv gelähmt wurde, sondern durch seine Initiative neuen Lebenswillen und Lebensfreude entwickelte, sollten wir uns als Christen an den moralischen Auftrag erinnern, dass wir „Rechenschaft von unserer Verwaltung“ ablegen müssen oder auch dürfen. Das Wasser der Donau wurde für Sebastian Kneipp zur Quelle des Lebens. Das Wasser dient dem katholischen Christen als Weihwasser symbolisch zur Reinigung, und durch bestimmte Frequenzen hat das Wasser von Nil, Jordan und Ganges sowie das Quellwasser von Marienerscheinungsorten eine heilsame und heilende Wirkung, indem es positive Lebensenergie vermittelt.

Ähnlich wie unser seelisches Befinden, unser Bewusstsein und der körperliche Zustand, von negativen oder positiven Emotionen, von der Stimmungslage und Harmonie der Bewusstseinsqualität geprägt sind, ist auch die Wasserqualität verschieden. Hierbei ist interessant, dass positive Gedanken, Gebet, die Schwingung harmonischer Musik das Wasser leben lässt und der japanische Forscher Emoto herrliche Kristallstrukturen im gefrorenen Zustand findet, während nach Beschallung mit zorniger Heavy-Metal-Musik, nach Verschmutzung u.a.durch das Schwermetall Aluminium oder negative Emotionen die Kristalle zerbrachen und die harmonischen Strukturen, die dem Goldenen Schnitt entsprechen, zerfielen. Die Ordnung in Seele und Geist macht auch das Immunsystem glücklich. So konnte der Psychologe Dr. Ader feststellen, dass sog. Fresszellen oder Killerzellen vom Immunsystem aktiviert werden. Die Heilung über das Gehirn geschieht über die Kommunikation ebenso wie die sämtlicher Körperzellen untereinander, die ein Sende- und Empfangssystem haben. Der neue Wissenschaftszweig nennt sich „Psychoneuroimmunologie“. Er entspricht auch weitgehend den Erkenntnissen von Pfarrer Kneipp mit seiner bewussten Lebensführung, der Ordnungstherapie als Heilprinzip. Auch durch das Gebet, also etwas nicht sichtbarem Gegenständlichem, lassen sich körperliche Dinge, nämlich Wundheilung, Rekonvaleszenz, Lebenserwartung beeinflussen, wobei ein autosuggestives Moment auszuschließen ist, da es den Betroffenen nicht bekannt war, dass für sie gebetet wurde.

Hierzu sind zwei Bücher empfehlenswert: „Der Jungbrunnen“ des japanischen Arztes N. Shioya und von Pater Anselm Grün: „Menschen führen – Leben wecken“. Hier im transzendentalen metaphysischen Bereich berühren sich die Kulturen.
Was würde wohl der die Natur liebende und benutzende Pfarrer Kneipp zu gewissen Verhaltensweisen von uns sagen ? Der Gegenwartsmensch bekämpft als Schädling Nr. 1 nicht nur die Schädlinge, die er selbst verursacht, er verwendet in Bequemlichkeit und Gewinnsucht, gelegentlich auch in der Ausweglosigkeit einer Sackgasse erneut Gifte, um sie zu vernichten. In einem wesentlichen Lebensbereich ist der eindeutige Irrsinn unseres Verhaltens, nämlich am Autofahrstil, zu beobachten. Die Analyse des Rats der Weisen von Rom ist hierzu nicht notwendig. Viele Autofahrer geben , von mir beobachtet, z. B. an der Richard-Trunk-Straße bergab etwa 10 Meter Vollgas, um kurz darauf vor der scharfen Kurve bremsen zu müssen, und fahren erneut mit Vollgas die 40 Meter bis zur rot aufleuchtenden Ampel, um mit Vollbremsung zu halten – gewissermaßen in Wiederholung des unsinnigen Verhaltens. Was soll das ?

Dieser Fahrunfug auf das Gehverhalten übertragen, nämlich mit „Vollgas“ zu einem Spaziergang zu starten und am Ende des Weges plötzlich abrupt zu bremsen, würde Kopfschütteln in der Umgebung auslösen und die Frage aufkommen lassen, ob es sich hier nicht um einen Verrückten handelt.

Benzinverbrauch ! Schadstoffe ! Sinnhaftigkeit ? Das Auto als Streitwagen, Verfolgungs- und Nötigungswaffe, Dreckschleuder – alles sind keine Themen; auch nicht, dass im verflossenen Jahr ein Viertel von Südengland unter Wasser stand und der Hurrican im Golf von Mexiko 300 km/h erreichte.

Themen sind auch nicht die Versteppung vorher ertragreicher Bodenregionen, die Abnahme des Wassers in Reservoiren Südspaniens, Klimawandel und drohende Katastrophe. Den Raser und widersinnigen Beschleuniger interessiert auch nicht die erhöhte Todesrate.
Ähnlich Sinnloses, ja Blödsinniges ereignet sich bei dichtem Auffahren mit Drängeln, Nötigen, Gefährden, indem sog. Disstress (durch negative Ereignisse bedingter Stress) mit Angst, Blutdruck- und Pulsfrequenzsteigerung bei dem „Verfolgten“ erzeugt wird. Offenbar schaltet Vergötzung der „Goldenen Kälber“, die der Mensch schafft, bei diesem Missbrauch weitgehend die logischen Denkprozesse aus. Das Auto wird als Waffe benutzt. Verstand und moralisches Ich versagen bei der kritischen Frage nach der Sinnhaftigkeit und den Folgen dieses Fahrverhaltens. Lustgewinn um jeden Preis ! ?

Leider behandelt die größte Automobilzeitung ausschließlich die Neuschöpfungen, ihre Geschwindigkeit, Kraftentfaltung und den Beliebtheitsgrad, ohne auf die menschliche Problematik der Benutzung hinzuweisen. Dies wäre aber insbesondere sinnvoll, sollte sich geradezu aufdrängen, nachdem für 90% der Unfälle der Mensch verantwortlich ist und nur 10 % die Materie. Auch für die Fachjournalisten müsste doch ein aggressiv-gefährliches und gefährdendes Fahrverhalten von Interesse sein, ebenso illusionär-romantische Vorstellungen junger Menschen, die noch ohne Bezug zum Tod sind, Wetterfronten und aggressiv drängelnde, nötigende und gefährdende „Kontaktaufnahme“ durch dichtes Auffahren. Im scheinbaren Widerspruch hierzu steht die Vereinsamung des Singles ohne soziales Bindungsbedürfnis. Durch Information, verbunden mit gekonnt moralischem Appell, Beschreibung von energiesparendem und menschenfreundlichem Verhalten am Steuer wäre sicherlich die Unfall – und Todesrate zu reduzieren. (Stattdessen werden PS-Zahl und Schnittigkeit der Autos fortwährend angepriesen).

Der Unfug, schnell zu beschleunigen, vor jeder Kurve oder Ortseinfahrt zu bremsen, wodurch enorme Energie verloren geht, statt vorausschauend zu fahren, wird nicht oder zu selten erörtert. Auch der Hinweis wäre z..B. interessant, dass der Drängler nicht nur Anstand vermissen lässt, sondern sich selbst mechanisch gefährdet durch tödliche Verletzung oder Verbrennung im Auto sowie toxisch, indem er durch die emittierten karzinogenen Schadstoffe (oxidierte Kohlenwasserstoffe, Feinstaub bei Dieselmotoren) völlig freiwillig zum Mülldepot wird. Möglicherweise haben die Redakteure Bedenken wegen der Unlustgefühle, die bei den Abonnenten hervorgerufen werden. Aber auch der Verfolgte leidet unter dieser Unlust, der durch Drängler und Raser genötigt und gefährdet wird und reagiert mit Unruhe, Angst,
Herzklopfen und erhöhtem Blutdruck.

Zur Kulturkatastrophe des Menschen, zu den Schäden an lebloser Natur, von Pflanzen, Tieren und uns selbst, führen egozentrisches Verhalten, vor allem indem wir vor den negativen Auswüchsen die Augen verschließen.

Was würde Pfarrer Kneipp wohl heute sagen ? „ Lasst euer Auto stehen, ihr solltet besser gehen. Denkt daran, dass euer Auto eine karzinogene Dreckschleuder ist, die die Krebsrate erhöht, Sauerstoff verbraucht und die kostbare, reine Luft versaut“. Humorvoll-ordinär könnte man noch hinzufügen: „Geht besser zum Bischemer Wasserbecken, als durch das Auto zu ver- ?- recken“.

Überraschend und bedrückend ist, dass trotz Benzinverteuerung und der zu registrierenden Klimaveränderung in den letzten 3 Jahren die PS-Stärke der gekauften Pkw´s um 30 zugenommen hat – Endzeitstimmung ? Eine witzige Begründung wäre vielleicht die Zunahme der Fettsucht von uns Deutschen, so dass auch die Autos gewichtiger und stärker sein müssen.

Wodurch ist der Teufelskreis der Gewichtszunahme zu durchbrechen ? Wenn wir die nützliche Empfehlung von Pfarrer Kneipp „Vorbeugen ist besser als Heilen“ auf unsere Situation übertragen, sollten wir unbedingt das Auto bei kurzen Strecken stehen lassen, um den Vergiftungsgrad des von uns toxisch belasteten Bodenterrains und der Pflanzen mit Zunahme von Schmarotzern wie Pilzen, Läusen, Schnecken, Parasiten in Form von Zecken, zu reduzieren. Die toxischen Schadstoffe des Fortbewegungsmittels mit Emission von C0, CO2, Schwefeldioxid, Stickoxid, oxidierten Kohlenwasserstoffen belasten Luft, Boden und Wasser, wie erwähnt, und uns. Geradezu parallel hierzu reagieren wir mehr und mehr negativ mit Emotionen wie Zorn, Ärger, den Anderen überrunden wollen, an die Wand drängen; unser Sozialverhalten wird immer abgestumpfter und eine aggressiv-unfreundliche Grundstimmung gefördert.

Nicht nur im Freien wuchert der Pilz, auch 90% der US-amerikanischen Bevölkerung leiden an Darmmykose und 60 % der Europäer. Auf dem etwa 30-jährigen Apfelbaum in unserem Waldenhäuser Garten wuchert ein etwa 2-3 cm hoher Moosrasen bis in die Peripherie der Äste. Seit etwa 3 Jahren ist dies zu beobachten und es ist zu mutmaßen, dass hierdurch die Holzqualität, der Saftstrom, das Abwehrsystem der Früchte und damit die stimulierende Wirkung unseres Immunsystems leidet. Auch das Baumsterben und der Holzbruch dürften hiermit zu tun haben.

Durch egozentrische Freizeitgestaltung wird die Umweltbelastung noch potenziert. So werden bei einem einzigen Überlandflug von Deutschland nach Thailand 6 Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen, was den Durchschnittsurlauber wenig interessiert, ebenso wie der bereits erwähnte wahrscheinliche Zusammenhang zwischen Kerosin und der Krautfäule an den Tomaten und Kartoffeln. Ein metaphysisches Problem dürfte sein, dass der Mensch immer mehr der großen Verführung der eigenen Schöpfungen unterliegt, wobei durch seine unzähligen industriellen Produkte – die Israelis wurden nur durch ein „Goldenes Kalb“ verführt – der eigentlich ewige Schöpfer verdrängt wird. Pfarrer Kneipp würde sicherlich darauf hinweisen, dass die von uns ummodulierte veränderte Umwelt uns selbst verändert. Die misshandelte und vergiftete Mutter Erde beginnt sich zu wehren und zu rächen. Für den japanischen Arzt und Buchautor Shioya ist dies eine Folge des sünd- und schuldhaften Verhaltens von uns Menschen. Interessanterweise stammt er nicht aus dem christlichen Kulturkreis. Aber offensichtlich sensibilisiert die östliche Buddhismus-geprägte Kultur mehr den Menschen bei seinem Verhalten gegenüber der Unwelt.

Ähnlich wie bei der hirnorganischen Wesensveränderung werden wir mehr und mehr – wie mehrfach schon erwähnt – wesensverändert. Durch Wiederholung werden Sachverhalte bekanntlich besser eingeprägt: In seiner Antriebslage wird der Mensch immer bequemer oder hektisch, motorisch unruhig, aggressiv, explosibel, affektiv gereizt, streitsüchtig labil. Er zieht sich immer mehr egozentrisch auf sich zurück und redet und fordert nach meiner Meinung häufig Blödsinniges, wenn bei der berechtigten Frauenbewegung auch heute noch die Formulierung unkritisch Gehör finden würde: „Mein Bauch gehört mir“. Dass hierdurch keine liebevolle Gemeinsamkeit bestehen kann oder das Rentenproblem durch Überalterung und Geburtenknick entsteht, wird nicht formuliert. Auch Forschungsergebnisse zeigen, dass durch Lärm u.a. moralisches und soziales Verhalten verändert wird, Denken oberflächlicher, ziel- und grundsatzloser, unlogischer wird, der Mensch in seiner Grundstimmung lustlos und depressiv, Kinder werden unkonzentriert und unruhig, das sog. Aufmerksamkeitsdefizits- und Hyperaktivitätssyndrom charakterisiert dies.

An Bienen, deren Stöcke unter oder in der Nähe von Hochspannungsleitungen abgestellt werden, führt dies das elektromagnetische Feld zu Angriffsverhalten (Stechen) und Nachlassen der Honigproduktion, ähnlich wie die Überaktivität beim Menschen mit mangelnder produktiver Leistung einhergeht. Das Verhalten der Bienen wurde mir von einem akademisch gebildeten Fachmann der Bayerischen Landesanstalt für Wein – und Gartenbau in Veitshöchheim bestätigt.

Zurück zur Wesensveränderung des Menschen: Bei über einem Drittel der tödlich ausgehenden Verkehrsunfälle soll außer Alkohol und Drogen vor allem eine depressive Verstimmung der Verkehrsopfer die wesentliche Ursache sein.

Vor Jahren war zu lesen: etwa ein Drittel der US-Bürger seien fettleibig und damit etwa 100 Millionen US-Bewohner. Interessant ist hierbei, dass sich zu meiner Jugendzeit deutlich Übergewichtige genierten, während jetzt die in den USA daran Leidenden sich organisieren und u.a. in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Versammlungsräumen größere, dem breiten Popo angepasste Sitze fordern – auch hier Umkehr der Werte und Normen, nicht Einkehr bei den Betroffenen. Ganz im Sinne der normativen Kraft des Faktischen wird was faktisch ist, zur Norm. Das Gewichtsproblem der Deutschen ist sicherlich auch nicht zufällig. Es wird von Politikern und Moderatoren sehr geschickt thematisiert durch den Slogan: Dick-Dicker-Deutsch. Erwähnt wurde in einer Diskussionsrunde auch die depressive Verstimmung als Ursache der Fettleibigkeit sowie die Bewegungsarmut. Ein entscheidendes Moment dürfte jedoch auch bei diesem Phänomen der industrialisierten westlichen Welt - wobei die Fresswelle der Amerikaner retardiert auf uns labile, nachahmungssüchtige Deutsche überschwappte - die sog. saisonal abhängige Depression sein, verkürzt SAD. Sie ist charakterisiert durch chronische Müdigkeit, Schlafbedürfnis und Heißhunger auf Kohlenhydrate, insbesondere Schokolade und Süßes. Was aber ist der Grund für die SAD, auch Winter- oder Wolkendeckendepression genannt ? Der Sonnenlichtmangel. Daher sind UV-Bestrahlungen und Johanniskraut therapeutisch wirksam. Der Lichtmangel jedoch ist echt hausgemacht. Man geht nicht mehr ins Freie, alles wird mit dem Auto erledigt. So werden insgesamt täglich 4 ½ Stunden im Hause vor dem Fernsehgerät verbracht, von Computersüchtigen noch wesentlich mehr Zeit. Diese Verhaltensänderung entsteht quasi aus einem selbst auferlegten Gefängnisdasein in der Wohnung, das mit Bewegungs- und Lichtmangel einhergeht. Der Mensch wird zum fettsüchtigen Stubenhocker. Die Glücksspirale zieht uns nach oben, eine negative Kulturentwicklung in allen Lebens- und Erscheinungsbereichen nach unten. Wo bleiben Einsicht und freier Wille ? Gehen sie im Geschwätz der „Talk-Shows“ unter ? Jedenfalls sind und werden wir häufig nicht positiv motiviert.

Aber- wie soll der Gegenwartsmensch bei der Eindrucksflut, bei der Fülle von gegensätzlichen Auffassungen, Empfehlungen, der Wertrelativierung und Umkehr der Werte noch Halt und Ausrichtung auf ein Ziel finden, motiviert werden.
Wir sind nicht nur Exportweltmeister von Industrieprodukten, auch im Fettansatz gelangen wir an die Spitze, nur ist hierfĂĽr bisher kein Absatz; allerdings gilt vorerst fĂĽr den Menschen: Die Fettlast muss von ihm selbst getragen und ertragen werden.
Das gigantische Körpergewicht wird dann dem Aufzug, Auto oder Flugzeug zugemutet.
Vor etwa 20-30 Jahren habe ich mir einmal Gedanken gemacht, wie viel Krankheiten der Fettsüchtige haben kann. Ich kam auf insgesamt 12. Näheres vielleicht durch Diskussionsfragen.

Das Streben nach Lust auf möglichst bequeme Weise ist die große Versuchung, der wir Menschen gerne unterliegen. Es wird zwar viel über Energiesparen geredet, aber die eigene Arbeit an Maschinen zu delegieren, ist einfacher und bequemer. Und so kre-ieren wir immer neue Geräte, z.B. den völlig überflüssigen und als Vergiftungsmaschine gleichzeitig wirkenden Laubsauger – ein Zweitakter. Die verfeinerte Zivilisation bescherte bereits den alten Römern Probleme, indem ihre zwei- und dreistöckigen Häuser zur Wasserversorgung Bleileitungen benötigten. Als Folge chronischer Bleivergiftung entwickelte sich Unfruchtbarkeit mit Geburtenrückgang, erhöhte Krankheitsanfälligkeit und kürzere Lebenserwartung.

In der Gegenwart schaffen wir uns Probleme und Nebenwirkungen, die häufig nicht erkannt oder verdrängt werden, so z.B. durch chirurgisch-orthopädische Maßnahmen, Versorgung mit Metalllegierungen in Form von Hüftgelenksprothesen, Schrauben, Nägeln zur Fixierung von Knochenfragmenten, bei der Verarbeitung von Amalgam durch den Zahnarzt, von Gold, das als Ersatzgold hochtoxisches Palladium enthält. Insbesondere die Amalgamfüllungen, die seit 1833 in den USA erstmals als Zahnfüllmaterial verwandt wurden, sind ein toxisches Mülldepot, das unser Körper fortwährend entsorgen muss. Die hochgiftige Mischung aus 50 % Quecksilber, Zinn, Kupfer, Silber, Nickel und Cadmium ist nach etwa ½ Jahr schon zur Hälfte verdampft und in den Zellen von Gehirn, Leber, Nieren, Prostata, der Brustdrüse, Bauchspeicheldrüse und im Unterhautfettgewebe abgelagert. Die toxischen Depots im Mund sind auch für Prof. Daunderer ein wesentliches Umweltgift, was zur Krebsentstehung beitragen kann. 90 % der von mir Befragten 15 Krebspatienten hatten Amalgamfüllungen; kein Zufall, hat doch der Bundesbürger durchschnittlich 12 Amalgamplomben im Mund. Quecksilber findet sich auch konzentriert in maligne entartetem Gewebe und wird plazentar übertragen, wobei es in der folgenden Generation zu hirnorganischen Wesensveränderungen in Form von Zappelphilipp-Verhalten führt. Metalle im Körper überfordern auch das Immunsystem und schwächen es; hierdurch werden Infektionskrankheiten möglicherweise auch degenerative, begünstigt, außerdem wird die Abwehr gegen Parasiten, Viren und Borrelien der Zecken geschwächt.

Vor allem mehrere Metalle im Mund haben eine Antennenwirkung, bilden ein elektromagnetisches Feld und elektrisches Spannungspotenzial, indem vom niederwertigeren Metall zum höheren Ionen wandern. Durch das elektromagnetische Feld werden auch die Aktionsströme im Gehirn negativ beeinflusst; so fand ich bei zwei eigenen Patienten, die an Morbus Alzheimer litten, eine Fülle von Amalgamplomben.
Schlagwortartig sei zuletzt auf die Frage eingegangen, wie wir das Immunsystem vor schädlichen Einflüssen schützen können. Hierbei steht die Ordnungstherapie von Kneipp im Mittelpunkt, sie entlarvt das unbewusste Motiv unseres Denkens und Handelns (den sturen Automatismus unseres Handelns) und befreit die Seele von Unrat. So gelingt uns die Versöhnung mit uns selbst. Bei diesem Läuterungs- und Wachstumsprozess wird der seelische Unrat erkannt und durch Nachdenken oder im Gebet verarbeitet. Jahrtausende war für die Menschen die Gewissenserforschung von wesentlicher Bedeutung. Andere Methoden, die zu Bedächtigkeit anhalten und zu innerer Stabilität und Ausgeglichenheit führen, sind autogenes Training, Yoga, Jacobson´sche Muskelrelaxation. Hierbei werden die erhebliche psychomotorische Unruhe, die auch zu Fernweh und maßlosen Fernflügen verleitet, die einseitige Extrovertiert- und Überreiztheit des Menschen mit Zerstreuungs- und Vergnügungssucht oder auch Arbeitswut erkannt und therapeutisch verarbeitet.
Auch die LektĂĽre wertvoller BĂĽcher, Bibliotherapie genannt, kann zur Selbstfindung eine StĂĽtze sein.

Physikalische Methoden, um das Immunsystem zu stärken, sind Kneipp´sche Anwendungen, Wechsel-, Teil- und Vollbäder, Wickel und Schwitzkur, vor allem aber die Bewegung im Freien, wodurch die Sauerstoffversorgung der Zellen intensiviert wird.
Durch richtige Ernährung, die sog. mediterrane Kost mit Bevorzugung von Gemüse, Obst, Omega-3-Fettsäuren und Meerwasserfisch wie Makrele, Heringe, Kabeljau, die uns mit Omega-3-Fettsäuren versorgen (Leinöl), Gewürzen wie Knoblauch, Ingwer und typischen deutschen Kräutern, erreichen wir ein optimales Körperbefinden. Durch eigene 12-jährige Tätigkeit im Garten kann ich bestätigen, wie schwierig es ist, ohne Fungizide, Herbizide, Pestizide auszukommen, vor allem bei der Bekämpfung der Nacktschnecken, wobei wir auch daran denken müssen, dass der Einsatz dieser Mittel evtl. zu Vogel-, Igel-, Blindschleichen-, Eidechsensterben, usw. führt und das physiologisch gesunde Bodenmilieu belastet. Der eigene Gartenbau sollte eine Renaissance erleben, die eigene Handarbeit gehört zum Energiesparprogramm und auch zur Entfettungskur.

Die Sensibilität gegenüber Umweltschadstoffen muss durch Information und Gewissenserforschung geschult werden. Es ist die Aufgabe medizinischer Untersuchungen, auch durch alternative Methoden wie Elektroakupunkturmethode, EAV nach Voll, die Untersuchungsmethode nach Vincent, die diagnostischen Möglichkeiten zu erweitern und differenzierte Ratschläge hinsichtlich des eigenen Verhaltens zu geben. Bei Erkrankungen mit Parasiten, Viren, Pilzen kann hierbei auch die Organlokalisation diagnostisch erfasst werden, konkret, in welchen Körperorganen - Gehirn, Brustdrüse, Prostata, Herz, Nieren, etc. - befinden sich welche krankhaften Keime oder Schadstoffe.
Das Gebot der Stunde: Physik und Chemie sind kritisch zu hinterfragen. Nicht die
Wirkung sollte vorwiegend interessieren, sondern an die Nebenwirkung gewissenhaft gedacht werden. Neben dieser geistig-seelischen „Ordnungstherapie“ sind eine vollwertige, pflanzenreiche Ernährung und ggf. Nahrungsergänzungsmittel mit ganzheitlichen, natürlich und synergetisch wirkenden Rezepturen hilfreich.. Herde sind zu beseitigen, das Darmmilieu ist zu analysieren und zu verbessern. Metalle im Mund sind unbedingt zu vermeiden. Richtige Ernährung und Bewegung in frischer Luft dienen nicht nur der Abreaktion, sondern stärken das Immunsystem, ebenso wie Wechselbäder, Wechselduschen.

Pfarrer Kneipp kann uns aus der Sackgasse der Fehlentwicklung befreien, auch aus einer grundsatz-, orientierungs- und maßlosen Verhaltensweise, nicht nur aus körperlicher Verfettung, auch aus unzufriedener, lustloser, depressiver und frustrierter Stimmung, aggressiver Gereiztheit, bequemer Lethargie, unsozialem Umweltverhalten und Selbstzerstörung. Papst Benedikt XVI.: Wir Europäer hassen uns – ganz in konsequenter Befolgung der dekadenten Kulturentwicklung, die gekennzeichnet ist durch Wertrelativierung und Umkehr der Werte.

Der Mensch als Glied der Natur hat sich zum Schädling Nr. 1 entwickelt, sehr spät erkennt er, dass er hierbei tragisch-komischerweise selbst zum Mülldepot wird.

Pfarrer Kneipp lebte bewusst, liebte und analysierte die Natur, verwandte Heilkräuter und das Wasser als Energiequelle in kaltem und warmem Zustand zur Heilung.

Er kann uns aus der Rolle der gedankenlosen Selbstzerstörung befreien, denn sein Losungswort „Vorbeugen ist besser als Heilen“ kann für uns Gegenwartsmenschen eine heilsame Bedeutung haben. Wir können hierdurch wieder unsere seelische Mitte finden, aus der wir ver-rückt sind. Hierbei kann uns Sebastian Kneipp mit seiner Ordnungstherapie helfen. Er liebte sich selbst, das Leben und die Natur. Er war ein lebendiger und frommer Mensch, wurde geheilt, weil er heil sein wollte und mit sich versöhnt war. So wurde er zum Heiler der Menschheit, indem er die göttliche Schöpfung nutzte und bewahrte.

Sollte ich Sie geängstigt haben, zum Abschluss die trostreiche Empfehlung der Heiligen Theresia von Avila, der spanischen Mystikerin, die sagt: „Nichts soll dich ängstigen, nichts dich erschrecken, alles geht vorüber, Gott allein bleibt der selbe, alles erreicht der Geduldige, und wer Gott hat, der hat alles. Gott allein genügt“.

Es gilt weiterhin „Vorbeugen ist besser als Heilen“.